Habsburgisch-französischer Gegensatz
Konflikt zwischen dem Haus Habsburg und dem Königreich Frankreich um die Vorherrschaft in Europa
ie Ursprünge lagen in der Heiratspolitik der Habsburger. Nach dem Tod Karls des Kühnen 1477 in der Schlacht von Nancy heiratete Maximilian von Habsburg dessen Erbtochter Maria von Burgund, wodurch sowohl er als auch der französische König Ludwig XI. Ansprüche auf das burgundische Erbe erhoben. Im Vertrag von Senlis 1493 sicherten sich die Habsburger unter anderem die Freigrafschaft Burgund und Teile der Burgundischen Niederlande samt Flandern. Durch die Heirat Philipps des Schönen mit Johanna von Spanien und den späteren Herrschaftsantritt ihres Sohnes Karl V. in Flandern und Spanien sah sich Frankreich an fast allen Landgrenzen von habsburgischen Gebieten umgeben. Karls Macht wuchs zusätzlich durch spanische Besitzungen in Amerika, durch Sardinien, Neapel und Sizilien sowie durch seine Wahl 1519 zum römisch-deutschen König. Dennoch gelang es ihm nicht, seine Länder unter zentraler Gewalt zu vereinen.
Ab 1494 führten die Italienkriege zu jahrzehntelangen Machtkämpfen zwischen Frankreich und Spanien. König Franz I. führte seit 1516 vier Kriege, um sich aus der habsburgischen Umklammerung zu lösen. Frankreich suchte dabei Unterstützung bei deutschen Reichsfürsten, etwa 1552 im Vertrag von Chambord mit Moritz von Sachsen, sowie beim Osmanischen Reich und beim protestantischen England unter Elisabeth I. Nach Karls V. Abdankung 1555 teilten sich Ferdinand I. und Philipp II. das Erbe, doch die beiden habsburgischen Linien stimmten ihre Politik weiter ab, sodass Frankreich weiterhin eingekreist blieb. Der Frieden von Cateau-Cambrésis 1559 entschied den Kampf zunächst zugunsten Spaniens. Erst unter Heinrich IV. seit 1589 gewann Frankreich außenpolitische Stärke zurück; sein Minister Sully entwarf das Grand Dessin, das später auch Richelieu, Mazarin und Ludwig XIV. weiterverfolgten.
Im Dreißigjährigen Krieg griff Frankreich zunächst nicht direkt ein, sondern unterstützte ab 1624 unter Kardinal Richelieu mit Subsidien Gegner der kaiserlichen Macht unter Ferdinand II. und Ferdinand III., zunächst die Protestantische Union, später Gustav II. Adolf von Schweden. Erst nach der Niederlage der Schweden in der Schlacht bei Nördlingen 1634 griff Frankreich mit eigenen Truppen ein. Im Westfälischen Frieden 1648 erreichte Mazarin territoriale Zugeständnisse im Elsass und das Bündnisrecht der Reichsfürsten mit fremden Mächten. Es gelang Frankreich, die österreichischen von den spanischen Habsburgern zu trennen. 1659 folgte der Pyrenäenfrieden mit Spanien, der das Ende der spanischen und den Beginn der französischen Vorherrschaft in Europa markierte und die spanisch-französische Grenze dauerhaft festlegte.