Hadrian IV.
Papst von 1154 bis zu seinem Tod war er einziger Papst englischer Herkunft in der Kirchengeschichte
ach seiner theologischen Ausbildung in Frankreich wurde Breakspear um 1145 Abt des Chorherrenstiftes St. Rufus bei Avignon. Eugen III. ernannte ihn 1149 zum Kardinalbischof von Albano. Von 1152 bis 1154 wirkte er als päpstlicher Legat in Skandinavien und errichtete das Erzbistum Nidaros. Am 4. Dezember 1154 wurde er zum Papst gewählt und tags darauf inthronisiert. Er verhängte über Rom ein Interdikt, nachdem die Stadt unter Arnold von Brescia zur Republik erklärt worden war. Im Vertrag von Konstanz von März 1153 war vereinbart, dass der Kaiser den Papst gegen den aufständischen Senat und byzantinische wie normannische Ansprüche verteidigen sollte. Friedrich Barbarossa lieferte Arnold von Brescia aus, der im Juni 1155 als Ketzer gehängt wurde. Am 18. Juni 1155 krönte Hadrian Friedrich in Alt-St. Peter zum Kaiser, doch unmittelbar danach kam es zu einem Aufstand der Römer, dem Kaiser und Papst nur mit Hilfe des kaiserlichen Heeres entgingen.
Der Papst führte Krieg gegen den normannischen König Wilhelm I. von Sizilien, da er seine Herrschaft über Rom und das Patrimonium Petri bedroht sah. Mit byzantinischer Hilfe griff der apulische Aufstand um sich, doch die Normannen schlugen die Byzantiner zurück und nahmen ihnen Brindisi wieder ab. Angesichts dessen vermittelte Hadrian IV. einen dreißigjährigen Frieden zwischen Byzanz und Sizilien und schloss im Juni 1156 den Vertrag von Benevent mit den Normannen, in dem er Wilhelm als König anerkannte. Als Gegenleistung bestätigte der König die Lehnshoheit des Papstes über seinen Staat. In den folgenden Jahren dienten die Normannen als weltliche Schutzmacht des Papstes, besonders im Konflikt mit Rom, und stellten so die Position des Kaisers in Frage. Der Vertrag von Benevent bildete damit einen wichtigen Schritt im Loslösungsprozess kaiserlicher und päpstlicher Herrschaft voneinander.
Auf dem Reichstag von Besançon im Oktober 1157 überbrachten der päpstliche Kanzler Rolando Bandinelli und Bernhard von San Clemente dem Kaiser ein Schreiben, das die kaiserliche Würde als päpstliches beneficium bezeichnete. Rainald von Dassel übersetzte dies verschärfend als Lehen, was den Kaiser empörte. Auch Bandinelli goss mit einer scharfen Bemerkung Öl ins Feuer, worauf Pfalzgraf Otto I. von Wittelsbach ihn mit dem Schwert bedrohte. Aus Furcht vor einem neuen Investiturstreit lenkte der Papst ein und erklärte den Begriff als Wohltat, doch das Misstrauen zwischen Kaiser und Papst blieb. Im November 1158 stellte Friedrich auf den Roncalischen Feldern die Vormachtstellung Reichsitaliens wieder her, wodurch der Papst den Kirchenstaat bedroht sah. Burchard von Ursberg berichtet von einer geplanten Verschwörung gegen Friedrich, und Hadrian war im Begriff, den Kaiser zu exkommunizieren, als er am 1. September 1159 in Anagni starb.