Halle (Saale)
Großstadt in Sachsen-Anhalt, Deutschland
alzquellen, entstanden durch die Hallesche Marktplatzverwerfung, wurden auf dem Gebiet der Stadt bereits in der Vorzeit genutzt. Neuere Grabungen auf dem Markt belegen die anhaltende Bedeutung des Salzes für die Stadt. An der Spitze der Stadt stand der vom Erzbischof unter Oberhoheit des Burggrafen eingesetzte Schultheiß beziehungsweise Salzgraf. 1258 taucht erstmals der Rat auf, der jedoch erst 1310 vom Landesherrn, dem Erzbischof von Magdeburg, verfassungsmäßig anerkannt wurde. Danach konnte das Bürgertum auch ein Mitspracherecht in der Stadtverwaltung erlangen. Nach dem Übergang an Preußen setzte der preußische König 1780 einen Oberbürgermeister ein.
1541 wurde in der Residenzstadt des Erzstifts Magdeburg die Reformation vor allem unter der Federführung von Justus Jonas dem Älteren eingeführt. Martin Luther predigte selbst mehrere Male in Halle in der Marktkirche. Bei der Überführung von Eisleben nach Wittenberg wurde 1546 sein Leichnam hier aufgebahrt. Das Erzstift wurde fortan von einem erzbischöflichen Administrator verwaltet.
Halles Entwicklung als Bildungsstandort ist eng mit den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts verbunden, in denen die Universität Halle 1694 und die Franckeschen Stiftungen 1698 gegründet wurden. Die Universität bildete mit Christian Thomasius und Christian Wolff, die beide ihre Rektoren waren, einen Hauptpunkt der deutschen Aufklärung. Schnell traten Spannungen zwischen den konservativ pietistischen Vertretern und den eher aufklärerisch orientierten Zeitgenossen auf. In Halle wirkten zudem der Philosoph Johann Eduard Erdmann sowie deren Gegner August Hermann Francke, der Gründer der Franckeschen Stiftungen.
Am 17. Juni 1953 beteiligten sich in Halle mehr als 90.000 Menschen an Demonstrationen gegen die DDR-Regierung. Damit bildete Halle eines der größten Zentren des Volksaufstandes in der DDR. Bereits am Morgen des 17. Juni 1953 marschierten circa 9.000 Beschäftigte des Waggonbau Ammendorf zur Demonstration nach Halle.