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Hanse

Handelsbündnis in Nordeuropa (um 1200–1669)

ie Hanse entwickelte sich im 12. Jahrhundert aus den Gemeinschaften der Ost- und Nordseehändler. Als entscheidend für ihre Entstehung gilt allgemein die Gründung Lübecks im Jahr 1143, der ersten deutschen Ostseestadt. Der Zugang zur Ostsee ermöglichte einen Handel zwischen den rohstoffreichen Gebieten Nordrusslands, etwa Getreide, Holz, Wachs, Felle und Pelze, und den Ländern Westeuropas mit ihren Fertigprodukten wie Tuchen und Wein.

LübeckOrt auf der Karte 164853.8697 N, 10.6864 OAuf der Karte zeigen

Die Hanse entwickelte sich von der ursprünglichen Kaufmannshanse zur Städtehanse, bei der Städte einen gegenseitigen Bund bildeten. Als Gründungsjahr wird häufig 1241 angegeben, als Lübeck und Hamburg ihre bereits seit elf Jahren bestehende Zusammenarbeit vertraglich festlegten und sich zum gemeinsamen Kampf gegen den Straßenraub verpflichteten. 1255 wurde diese Zusammenarbeit durch eine Münzvereinbarung weiter gefestigt. Diese Entwicklung legte die Basis für den 1259 gegründeten Wendischen Städtebund. Um 1246 begannen sich auch Bünde westfälischer und niedersächsischer Städte zu bilden, etwa der Ladbergener Städtebund. Etwa hundert Jahre später bildeten sich die Bünde der preußischen und livländischen Städte.

Zwischen etwa 1350 und 1400 stand die Hanse als nordeuropäische Großmacht da, was unter anderem mit der erfolgreichen Durchsetzung hansischer Interessen in wirtschaftlichen Auseinandersetzungen in Flandern zusammenhing. 1356 trat der erste Hansetag zusammen, die erste Tagfahrt, an der nahezu alle Hansestädte teilnahmen. Dies war keine offizielle Gründung der Hanse, aber das erste Mal, dass sich fast alle Städte im Interesse ihrer Vorteile und Handelsprivilegien zu gemeinsamem Vorgehen koordinierten und als Bund van der düdeschen hanse auftraten. Die Hanse war dabei weiterhin frei organisiert, ohne Verfassung, Mitgliederlisten, dauerhafte eigenständige Finanzgebarung oder Beamte. Die Beschlüsse der Tagfahrten und ab 1356 der Hansetage wurden in den Hanserezessen protokolliert.

Die wesentlichen Gründe für den Niedergang der Hanse lagen in der Festigung der Territorialstaaten, der teilweisen Verlagerung der Ost-West-Handelswege der Nürnberger und Augsburger Kaufleute auf den Landweg zwischen Frankfurt, Leipzig und Krakau, und der zunehmenden Konkurrenz im Handel und in der Produktion. Am Atlantikhandel, der aus der Entdeckung Amerikas folgte und den bisher dominierenden Ostsee-Westsee-Handel ablöste, war die Hanse mit Ausnahme Hamburgs und Bremens kaum beteiligt. Das absolute Handelsvolumen der Hanse in Nord- und Ostsee stieg zwar vermutlich weiter, doch der Verlust der vorherigen Monopolstellung und starke Konkurrenz drückten die Margen der meisten hansischen Kaufleute. Interessensgegensätze innerhalb der Hanse nahmen zu und verhinderten geschlosseneres Vorgehen, während ein innovatorischer Rückstand in kaufmännischen und technischen Belangen weiter zum Bedeutungsverlust beitrug.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel HanseVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270248568redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Droysen/Andréeentstanden 1886CC BY-SA 3.0Quelle