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Haus Luxemburg

Adelsgeschlecht

Ursprung und eine ausgelöschte Generation

egründer der Linie war Graf Heinrich V. von Luxemburg, gestorben 1281. Er war ein Sohn Walrams IV. von Limburg aus dem Haus Limburg-Arlon und dessen zweiter Frau Ermesinde II. von Luxemburg aus dem Haus Namur. Heinrich V. erbte die Grafschaft Luxemburg von seiner Mutter, sein älterer Halbbruder Heinrich IV. von Limburg das Herzogtum Limburg vom Vater. Fortgesetzt wurde die Linie durch Graf Heinrich VI. von Luxemburg, gestorben 1288. Er fiel im Limburger Erbfolgestreit in der Schlacht von Worringen 1288. Mit ihm fielen alle seine Brüder: Walram von Luxemburg-Ligny und Balduin sowie sein Bastardbruder Heinrich von Houffalize. Damit war eine ganze Generation des Hauses ausgelöscht.

Der erste Vertreter auf dem römisch-deutschen Königsthron war 1308 Heinrich VII., ein Enkel Heinrichs V. Er setzte seinen Sohn Johann 1310 als König von Böhmen ein, mit den Nebenländern Mähren, Schlesien, Lausitz und Glatz. Dieser Länderkomplex bildete die Grundlage der luxemburgischen Hausmacht. Die Belehnung des 14 Jahre alten Johann gelang, indem Heinrich VII. sich mit böhmischen Oppositionskreisen auf die Absetzung des Wahlkönigs Heinrich von Kärnten verständigte. Zur dynastischen Legitimation wurde Johann gleichzeitig mit der böhmischen Prinzessin Elisabeth vermählt, einer Schwester König Wenzels III. Mit dessen Ermordung 1306 war das alte Herrscherhaus der Přemysliden in männlicher Linie ausgestorben. 1312 erlangte Heinrich in Rom die Kaiserwürde. Seine Restauratio imperii scheiterte, da er 1313 noch auf dem Italienzug starb.

Faktisch geführt wurde das Haus nun von Kaiser Heinrichs Bruder Balduin von Luxemburg, Erzbischof von Trier. Er war einer der erfolgreichsten Politiker des 14. Jahrhunderts und bestimmte bis zu seinem Tode 1354 die Politik im Reich maßgeblich mit. Die Königs- und Kaiserwürde seines Vaters verwehrten dem 17-jährigen Johann die Kurfürsten, indem sie 1314 Ludwig den Bayern wählten. Johann erwarb sich als König von Böhmen hohes Ansehen und betrieb eine erfolgreiche Hausmachtpolitik, musste dem Adel aber Mitspracherechte einräumen. 1346 fiel er in der Schlacht bei Crécy. Der Überlieferung zufolge soll der erblindete Johann praktisch schutzlos ins Kampfgetümmel geritten sein. In Luxemburg gilt Johann der Blinde als Nationalheld.

Der bedeutendste Herrscher aus dem Haus war Johanns Sohn Kaiser Karl IV., der wohl erfolgreichste Hausmachtpolitiker des Spätmittelalters. Als Markgraf von Mähren übernahm er 1341 die Regentschaft über Böhmen von seinem erblindeten Vater. 1346 wurde er, noch zu Lebzeiten des Vaters, zum römisch-deutschen Gegenkönig gegen Ludwig den Bayern gewählt. Ab 1347 folgte er dem Vater als König von Böhmen, 1349 wurde er noch einmal zum deutschen König gewählt und gekrönt, 1355 stieg er zum römisch-deutschen Kaiser und König von Italien auf. Das blieb er bis zu seinem Tod 1378. Zeitweilig etablierten sich die Luxemburger auch in Brabant und Limburg von 1355 bis 1404 und in Brandenburg von 1373 bis 1415. 1387 gelang es, die ungarische Königskrone zu gewinnen; dieser Plan war bereits von Karl erarbeitet worden.

Karl ließ seinen Sohn Wenzel noch zu Lebzeiten zum römisch-deutschen König wählen. Einige Zeit sah es danach aus, als würden die Hausmacht der Luxemburger und die Bestimmungen der Goldenen Bulle das Königtum de facto erblich machen. Mit ihren Erbländern Böhmen und Brandenburg hatten die Luxemburger zwei Stimmen bei der Königswahl im Kurfürstenkollegium. Unter ihren Erben, den Habsburgern, kam es dann tatsächlich zu einer jahrhundertelangen, quasi erblichen Wiederwahl.

Unter Kaiser Karl blühten in Prag die Künste und Wissenschaften auf. Er gründete 1348 die Karls-Universität, Peter Parler vollendete den Veitsdom, die Hofmalerschule entwickelte bisher unerreichte Qualität. Die schiffbare Elbe verband Prag mit der damaligen brandenburgischen Residenz Tangermünde. Um Loyalität zu erkaufen und kostspielige Projekte zu verwirklichen, veräußerte Karl IV. auch erhebliche Teile des Reichsguts.

König Wenzel zeigte sich nicht in der Lage, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Karl IV. hatte es versäumt, die nachfolgende Generation durch gerechte Erbaufteilung und Erziehung zu dynastischem Familiensinn zur Gemeinsamkeit zu verpflichten. Nach seinem Tod schwächten sich die jungen Luxemburger daher selbst durch fortwährende Rivalitäten und Machtkämpfe, insbesondere zwischen Wenzel und seinem jüngeren Halbbruder Sigismund sowie durch Erbstreitigkeiten zwischen deren Vettern Jobst von Mähren und Prokop von Mähren. Alle kämpften gegeneinander und gingen untereinander wechselnde Bündnisse ein. Mit der Absetzung Wenzels 1400 verlor das Haus Luxemburg nicht nur die Königswürde, sondern auch viel Respekt.

Unter Sigismund gelang den Luxemburgern 1411 die Rückkehr auf den deutschen Königsthron, wenn auch nicht mehr als hegemoniales Königtum wie unter Karl IV. Sigismund, der 1387 Maria von Ungarn geheiratet hatte, verausgabte sich zuerst in Kämpfen um die ungarische Krone, später in den Hussitenkriegen von 1419 bis 1436, die er auf dem Konzil von Konstanz von 1414 bis 1418 selbst ausgelöst hatte. Durch das Konzil wurde die europaweite Kirchenspaltung überwunden. In den unübersichtlichen Wirren der Machtkämpfe in Reichsitalien agierte Sigismund meist geschickt und erreichte es, 1433 vom Papst zum Kaiser gekrönt zu werden.

Die Mark Brandenburg hatte Karl 1373 von den Wittelsbachern erworben, um dem Haus neben der böhmischen eine zweite Kurstimme zu sichern. Sigismund gab sie 1415 auf dem Konzil dem hohenzollerischen Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg zu Lehen. Dieser hatte ihn bei der Königswahl diplomatisch unterstützt und danach den aufmüpfigen märkischen Adel unter Kontrolle gebracht. Sigismund benötigte außerdem Geld, und Friedrich versprach, 400.000 Gulden aus seinem neuen Lehnsland aufzutreiben; die Belehnung galt als Pfand für die Zahlung. Zudem hatte Königin Barbara zehn Jahre nach ihrer Heirat und sechs Jahre nach der Geburt ihrer Tochter Elisabeth dem 47-jährigen König noch immer keinen Sohn geboren. Eine weitere Thronfolge des Hauses Luxemburg auf dem Wahlthron war damit nicht mehr zu erwarten.

Mit Sigismund endete das Haus Luxemburg 1437 in männlicher Linie und starb aus. Er konnte auf eine lange und relativ erfolgreiche Regierungszeit zurückblicken, vor allem mit der Beilegung des Großen Schismas 1417. Erbe wurde sein Schwiegersohn, Herzog Albrecht von Österreich, der alle drei Kronen Sigismunds auf sich vereinigte: die böhmische, die ungarische und die des deutschen Wahlkönigs. Auch wenn die Vereinigung Böhmens, Ungarns und Österreichs vorerst nur Episode blieb, trug sie wesentlich zum Aufstieg der Habsburger bei. Die Besitzungen westlich des Rheins wurden in den Länderkomplex des Hauses Burgund integriert, das einige Jahrzehnte später ebenfalls von den Habsburgern beerbt wurde. Mit der Belehnung der Hohenzollern 1415 stellte Sigismund eine Weiche für deren Aufstieg in Brandenburg und Preußen. Drei bis vier Jahrhunderte später kam es zwischen beiden Dynastien zum Deutschen Dualismus.

Die Könige und Kaiser

Heinrich VII., 1278 bis 1313, war römisch-deutscher König von 1308 bis 1313 und ab 1312 Kaiser. Sein Sohn Johann von Böhmen, 1296 bis 1346, war König von Böhmen von 1311 bis 1346 und Titularkönig von Polen von 1311 bis 1335. Dessen Sohn Karl IV., 1316 bis 1378, war 1346 bis 1376 römisch-deutscher König, 1347 bis 63 König von Böhmen und ab 1355 König von Italien sowie Kaiser. Karls Sohn Wenzel, 1361 bis 1419, war 1363 bis 1419 König von Böhmen, 1373 bis 1378 Kurfürst von Brandenburg und 1376 bis 1400 römisch-deutscher König. Sigismund, 1368 bis 1437, war Kurfürst von Brandenburg 1378 bis 1388 und 1411 bis 1415, ab 1387 König von Ungarn und Kroatien, ab 1411 römisch-deutscher König, ab 1419 König von Böhmen und ab 1433 Kaiser.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Haus LuxemburgVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268008325redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Möglicherweise Antonio Pisanelloentstanden 1430–1437Public domainQuelle