Heilbronner Bund
Bündnis während des Dreißigjährigen Kriegs
ie protestantischen Reichsstände befanden sich in einem Dilemma. Ohne schwedische Hilfe konnten sie sich nicht gegen die katholische Partei und den Kaiser wehren, die schwedische Vorherrschaft und Landgewinne auf dem Boden des deutschen Reiches wollten sie aber nicht akzeptieren. Schweden wollte für seine Unterstützung zumindest eine angemessene Kompensation erhalten, neben Geld auch Gebiete an der deutschen Ostseeküste. Im Oktober 1632 beauftragte der schwedische König Gustav II. Adolf seinen Kanzler Axel Oxenstierna, die protestantischen Stände nach Ulm einzuberufen.
Am 18. März 1633 eröffnete Oxenstierna den Konvent im Deutschen Haus in Heilbronn und unterbreitete seinen Vorschlag für ein enges Bündnis unter schwedischer Führung. Die Verhandlungen gestalteten sich schwierig und langwierig. Die Stände wollten eine enge Bindung an Schweden vermeiden und dem sächsischen Kurfürsten die Tür offenhalten. Am 15. April 1633 erreichte man eine Einigung, die im Sinne der Schweden war.
Die Unterzeichnung der Konföderationsakte erfolgte am 23. April 1633. In Heilbronn wurde auch ein Bündnis zwischen Schweden und Frankreich abgeschlossen. Dem Bund stand ein Direktorium vor, dessen Vorsitz Graf Axel Oxenstierna innehatte. Ihm stand ein Consilium formatum genannter Rat bei, der sich aus drei schwedischen und sieben deutschen Beisitzern zusammensetzte.
Nachdem das Bundesheer in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 entscheidend geschwächt worden war, schwand die Bedeutung des Bundes rapide. Gemäß den Bestimmungen des Friedens von Prag wurde der Heilbronner Bund schließlich 1635 aufgelöst.