Herzogtum Franken
Stammesherzogtum im Ostfränkischen Reich
rst 906 wurde mit Konrad dem Jüngeren ein Herzog von Franken genannt. Fünf Jahre später wurde er als Konrad I. erster nichtkarolingischer ostfränkischer König. Nach seinem Tod ging die Krone an die sächsischen Ottonen über, und Franken fiel auf das Niveau eines Stammesherzogtums zurück. Die Aufstände von Konrads Bruder Eberhard gegen den neuen König endeten 939 mit dessen Tod und dem vorläufigen Ende des Herzogtitels nach nur 33 Jahren. Das Land wurde dem König unterstellt. Etwa hundert Jahre später wurde das Gebiet in Ostfranken und Westfranken unterteilt, ohne politischen Charakter. In Ostfranken beanspruchten die Bischöfe von Würzburg eine herzogliche Stellung, teilweise in Konkurrenz zu den Staufern. Der staufische Kaiser Friedrich I. verlieh 1168 den Titel Herzog von Franken an die Bischöfe von Würzburg, doch diese Würde blieb auf das Hochstift Würzburg beschränkt.
Albrecht Achilles, Markgraf von Ansbach und Kulmbach, versuchte im 15. Jahrhundert, das Herzogtum wiederzubeleben, scheiterte aber vor allem an der Reichsstadt Nürnberg. Zu Beginn der Neuzeit entstand der Fränkische Reichskreis. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar 1633 vom Schwedenkönig Gustav II. Adolf beziehungsweise vom Heilbronner Bund mit einem erneuerten Herzogtum Franken belehnt, das hauptsächlich aus den Bistümern Bamberg und Würzburg bestand. Verwalter wurde Bernhards Bruder Ernst, doch mit der Niederlage der Schweden 1634, besonders in der Schlacht bei Nördlingen, endete dieser Restaurationsversuch. Der Herzogstitel fiel an die Würzburger Fürstbischöfe zurück und gewann im amtlichen Schriftverkehr des ausgehenden 17. und 18. Jahrhunderts eine prominente Rolle, wie ein Schreiben von Bischof Peter Philipp von Dernbach vom 21. Juli 1678 zeigt.