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Herzogtum Holstein

Territorium im Heiligen Römischen Reich (1474–1867)

olstein geht auf die sächsischen Stämme der Dithmarscher, Holsten und Stormarner zurück, die im frühen Mittelalter das Gebiet besiedelten, während im Osten die slawischen Wagrier und nördlich der Eider Friesen und Dänen lebten. Die Eider markierte seit Karl dem Großen die Grenze. 1111 belehnte der römisch-deutsche Kaiser die Schauenburger mit der Grafschaft Holstein, die knapp 350 Jahre die Geschichte des Landes prägten. Nach ihrem Aussterben 1459 wählte der Adel 1460 den dänischen König Christian I. zum Landesherrn. Im Vertrag von Ripen wurde die Untrennbarkeit von Schleswig und Holstein anerkannt, doch blieb Schleswig dänisches und Holstein deutsches Reichslehen. Die Schleswig-Holsteinische Ritterschaft erhielt weitreichende Rechte, darunter die Wahl der Herzöge sowie Kriegs-, Steuer- und Münzbewilligung. 1544 teilte Christian III. die Herzogtümer in einen königlichen und zwei herzogliche Anteile, aus denen die Linien Schleswig-Holstein-Hadersleben und Schleswig-Holstein-Gottorf entstanden. Hadersleben starb 1580 aus. 1640 fiel die Grafschaft Holstein-Pinneberg ans Herzogtum, wodurch Holstein wieder unter einer Regierung vereint war.

Im Vorfeld des Großen Nordischen Krieges entfremdeten sich die königliche und die herzogliche Linie Gottorf, so dass Dänemark 1713 den herzoglichen Anteil Schleswigs besetzte und dem Haus Gottorf das Lehen wegen Felonie entzog. In Holstein behielt Gottorf seine Mitregierung, da dort der Kaiser Lehnsherr war. 1773 erhielt der dänische König im Vertrag von Zarskoje Selo auch die übrigen Anteile Holsteins. Nach der Auflösung des Römisch-Deutschen Reichs 1806 erließ der dänische König ein Inkorporationspatent, das faktisch wirkungslos blieb, weil Holstein weiterhin getrennt verwaltet wurde. 1815 wurde diese nominelle Inkorporation mit der Gründung des Deutschen Bundes aufgehoben, Holstein wurde deutscher Bundesstaat. Ab 1834 gab es die Holsteinische Ständeversammlung in Itzehoe, die aber nur etwa 3 Prozent der Bevölkerung vertrat. 1848 begann in Kiel die Schleswig-Holsteinische Erhebung. Nach deren Ende kehrte Holstein zum Dänischen Gesamtstaat zurück, doch der Streit verschärfte sich weiter und führte im Dezember 1863 zur Bundesexekution. 1864 erklärten Preußen und Österreich Dänemark den Krieg, danach kam Holstein in ein Österreichisch-Preußisches Kondominium, 1865 verwaltete Österreich Holstein. Nach dem Deutschen Krieg 1866 trat Österreich seine Rechte an Preußen ab, und 1867 wurde Holstein Teil der neuen Provinz Schleswig-Holstein.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Herzogtum HolsteinVersionsgeschichteBearbeitungsstand 266653286redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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