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Herzogtum Pommern

Staat in Westmitteleuropa von 1121 bis 1637

eit dem 7. Jahrhundert siedelten slawische Stämme entlang der Ostsee. Um 995 unterwarf der polnische Herzog Bolesław I. der Tapfere das Land östlich der Oder, doch zwischen 1005 und 1013 verlor Polen den Einfluss wieder. 1046 wurde ein Konflikt des pommerschen Fürsten Zemuzil mit dem polnischen Herzog Kasimir I. vor Kaiser Heinrich III. verhandelt. Die Brüder Wartisław I. und Ratibor I. gelten als erste Fürsten aus dem Greifengeschlecht. 1121 unterwarf sich Wartisław I. dem polnischen Herzog Bolesław III. Schiefmund, der die Christianisierung vorantrieb. Nach einem gescheiterten Missionsversuch eines spanischen Priesters brach Otto von Bamberg im Mai 1124 von Gnesen zu seiner ersten Missionsreise über Pyritz nach Cammin und Stettin auf und kehrte im Februar 1125 zurück. Auf seiner zweiten Reise erreichte er 1128 Demmin und Usedom.

StettinOrt auf der Karte 164853.4247 N, 14.5553 OAuf der Karte zeigen

Nach dem Tod Wartisławs I. entstanden unter seinen Söhnen Kasimir I. und Bogisław I. die Teilherzogtümer Pommern-Demmin und Pommern-Stettin. Bogisław I. wurde 1181 in Lübeck als Herzog von Slavien in den Reichsfürstenstand erhoben, musste jedoch 1185 die dänische Oberhoheit anerkennen, die erst nach der Schlacht bei Bornhöved um 1227 abgeschüttelt werden konnte. Der erneuten Aufnahme in den Reichsfürstenstand widersetzten sich die askanischen Markgrafen von Brandenburg, die von Kaiser Friedrich II. 1231 mit dem Herzogtum Pommern belehnt worden waren. Sie beanspruchten die Lehnshoheit und setzten sie in den Verträgen von Kremmen 1236 und Landin 1250 durch, wobei ihnen auch der Erwerb des Landes Stargard und der Uckermark gelang.

Im Dreißigjährigen Krieg besetzten 1630 schwedische Truppen ganz Pommern. 1637 starb Bogislaw XIV. als letzter Herzog Pommerns kinderlos. Nach den Erbverbrüderungsverträgen von 1493 und 1529 hätte nun der Kurfürst von Brandenburg Herzog von Pommern werden müssen, doch Schweden sicherte sich im Westfälischen Frieden 1648 den Besitz Schwedisch-Pommerns mit der Hauptstadt Stettin. Der Kurfürst musste sich mit Hinterpommern begnügen. Bis 1806 hatten auf dem Reichstag sowohl der König von Schweden als auch der Kurfürst beziehungsweise ab 1701 der preußische König die Stimme des Herzogs von Pommern inne. Im Frieden von Saint-Germain musste Kurfürst Friedrich Wilhelm 1679 das eroberte Schwedisch-Pommern größtenteils zurückgeben. Erst 1721 gewann Preußen durch den Frieden von Stockholm den südlichen Teil Schwedisch-Pommerns. 1815 kam es infolge des Wiener Kongresses zur Wiedervereinigung des Landes als preußische Provinz Pommern, die bis 1945 bestand.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Herzogtum PommernVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269902961redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Eilhard Lubinentstanden 1635Public domainQuelle