Herzogtum Sachsen-Wittenberg
historisches Territorium des Heiligen Römischen Reiches
ach dem Tod Albrechts 1261 regierten seine Söhne Johann I. und Albrecht II. zunächst gemeinsam. Nach mehreren Vormundschaften und Teilungen entstand aus dem Herzogtum Sachsen die endgültige Trennung in Sachsen-Lauenburg und Sachsen-Wittenberg. Albrecht II. behielt das Gebiet elbaufwärts und nannte es nach seinem Residenzort Sachsen-Wittenberg. 1290 wurde es um die Burggrafschaft Magdeburg und die Grafschaft Brehna erweitert. Als Albrecht II. 1296 starb, folgte ihm sein Sohn Rudolf I. Im Streit um die deutsche Königswürde schlug sich Rudolf auf die Seite Karls und wurde 1356 dauerhaft mit der Kurwürde belohnt, womit Sachsen-Wittenberg zu einem der sieben deutschen Kurfürstentümer aufstieg. Als die Wittenberger Askanier mit Albrecht III. 1422 ausstarben, war das Gebiet trotz geringer Macht als Kurfürstentum begehrt. Am 6. Januar 1423 belehnte König Sigismund den Wettiner Markgrafen Friedrich den Streitbaren von Meißen und Thüringen mit dem Kurfürstentum Sachsen für seinen Kampf gegen die Hussiten. Damit wanderte die Bezeichnung Sachsen elbaufwärts, verbunden mit der Kurfürstenwürde an Wittenberg.
Mit dem Tod von Albrecht III. 1422 starben die Wittenberger Askanier im Mannesstamme aus. In der Folge erhoben sowohl die lauenburgischen Askanier unter Herzog Erich V. als auch die Meißner Wettiner unter Friedrich I. Anspruch auf Sachsen-Wittenberg und die Kurwürde. Auch Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg reklamierte die Erbfolge für seinen Sohn Johann, ferner erhoben die Fürsten von Anhalt und Kurfürst Ludwig von der Pfalz Ansprüche. Während der Brandenburger das Land militärisch besetzte, boten die Wettiner eine beträchtliche Kaufsumme. König Sigismund vergab schließlich Herzogtum und Kurstimme an Friedrich den Streitbaren, auch weil er eine Machtzusammenballung im Norden fürchtete. Die Wettiner sollen dem Brandenburger 28.000 Gulden geboten und 20.000 gezahlt haben; zudem stand Sigismund 1422 bei dem Wettiner mit 90.000 Talern in der Schuld. Die Lauenburger gaben ihre Ansprüche nicht auf, Herzog Erich schrieb 1427 an Papst Martin V. und sein Gesandter wurde 1434 beim Baseler Konzil als kurfürstlich akzeptiert, wogegen Friedrich II., der Sanftmütige, protestierte.
Am 9. November 1485 teilten Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht in Leipzig ihren Besitz, wodurch die Dynastien der Ernestiner und Albertiner entstanden. Der ernestinische Besitz umfasste den Wittenberger Kurkreis, Teile der alten Landgrafschaft Thüringen sowie das Vogt- und Pleißenland. Friedrich der Weise baute Wittenberg zur kursächsischen Residenz aus, das Gebiet wurde zum Kernland der Reformation. Ihm folgten Johann der Beständige und Johann Friedrich der Großmütige, der von Kaiser Karl V. im Schmalkaldischen Krieg in der Schlacht in der Lochauer Heide 1547 besiegt und gefangen genommen wurde. Der Kaiser nahm ihm die Kurwürde und belehnte seinen Vetter Moritz von Sachsen. Unter Moritz begann die Einteilung des Kurfürstentums in sieben Kreise, wobei der Kurkreis aus dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg hervorging.