Hildesheim
Oberzentrum in Niedersachsen
Anfänge unter den Karolingern
usgrabungen auf dem Hildesheimer Annenfriedhof deuten darauf hin, dass bereits im 8. Jahrhundert eine Missions- oder Taufkapelle auf dem späteren Domhügel bestand. Nach dem Ende der Sachsenkriege um 800 versuchte Kaiser Karl der Große, die Sachsen unter Kontrolle zu bringen. Dazu ordnete er zunächst Massentaufen an, die von der Kirche jedoch skeptisch gesehen wurden.
Wachstum im Mittelalter
Um die Kirche St. Andreas bildete sich eine Handwerker-, Händler- und Bürgerstadt, die sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem bedeutenden Gemeinwesen entwickelte. 1167 war Hildesheim eine nahezu vollständig ummauerte Marktsiedlung. 1217 wird erstmals ein Rathaus erwähnt. Unmittelbar neben der Altstadt entstand 1196 die bischöfliche Dammstadt, wenig später auch die dompröpstliche Neustadt, deren erste urkundliche Erwähnung von 1221 stammt.
Streit zweier Städte
Über Jahrhunderte standen sich Altstadt und Neustadt in Streitigkeiten gegenüber, die zeitweise sogar bewaffnet ausgetragen wurden. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstand eine Union mit einem übergeordneten Samtrath, und die innere Stadtmauer wurde niedergelegt. Der Unionsvertrag wurde nach zweijähriger Verhandlung am 15. August 1583 unterzeichnet. Endgültig zu einer Stadt vereinigt wurden Alt- und Neustadt aber erst 1806 unter preußischer Herrschaft.
Das Ende des Hochstifts
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde das Hochstift Hildesheim wie alle geistlichen Territorien säkularisiert. Das Bistum Hildesheim wurde erst 1824 neu umschrieben. Städte und Stiftsgebiet gelangten vorübergehend unter die Herrschaft des Königreichs Preußen, wobei erst jetzt Alt- und Neustadt zu einer Stadt vereinigt wurden. Noch bevor die eingeleiteten Reformen abgeschlossen waren, kam das nunmehr weltliche Fürstentum Hildesheim mit dem Frieden von Tilsit 1807 an das Königreich Westphalen.