Hochmeister
höchstes Amt im Deutschen Orden
er Hochmeister war ursprünglich höchste weltliche und geistliche Autorität des Ordens im Heiligen Land und wurde in Europa durch Landesmeister vertreten. Nach dem Fall von Akkon musste er sich gegen diese durchsetzen. Nach der Übersiedlung nach Preußen wurde er Landesherr, verlor aber innerhalb des Ordens an Autorität, sodass Generalkapitel Hochmeister zum Rücktritt zwingen konnten. Nach der Reformation blieb das Amt vor allem symbolisch. Das Meistertum Mergentheim gab ihm als geistlichem Fürsten Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat als Reichsprälat. Über Ritter im Dienst fremder Herren nahm er Einfluss auf deren Politik, etwa bei Caspar Anton von Belderbusch, Premierminister in Kurköln, den der Hochmeister auf seine Kommende zurückbefahl. Nach der Säkularisation entstammte der Hochmeister stets dem österreichischen Kaiserhaus und stand im Rang eines Botschafters Österreichs.
Die Residenz des Hochmeisters lag ursprünglich in Akkon, wo der Orden begründet wurde. Nach dessen Fall 1291 verlegte er den Sitz nach Venedig, in der Hoffnung auf eine Rückkehr ins Heilige Land und wegen guter Beziehungen zur Republik. 1309 wurde der Sitz auf die Marienburg in Preußen verlegt, um die Unabhängigkeit zu sichern. Im Juni 1457 folgte die Verlegung nach Königsberg, da die Marienburg verloren war. Nach der Reformation und dem Verlust des Deutschordenslandes wurde der Hauptsitz nach Mergentheim verlegt. Nachdem Mergentheim 1809 an das Königreich Württemberg gefallen war, wurde im selben Jahr Wien im Deutschordenshaus neuer Sitz des Hochmeisters, bis 1945 mit Zweitsitz auf Schloss Freudenthal in Mähren.
Bis 1923 waren die Hochmeister stets Ritter des Ordens und trugen einen weißen Mantel mit dem Hochmeisterkreuz sowie einen Ring an der rechten Hand. Nach 1806 trug der Hochmeister eine Uniform aus weißem Oberteil, schwarzen Hosen und schwarzen Stiefeln mit dem Hochmeisterkreuz am Kragen. Der zweite Klerikerhochmeister wurde in den Abtsrang erhoben und erhielt eine violette Soutane wie Bischöfe, dazu Pileolus und Birett, ein Pektorale und einen bis zum Boden reichenden weißen Mantel mit Hochmeisterkreuz. Bei der Heiligen Messe stehen ihm die Pontifikalien zu.