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Hochstift Minden

geistliches Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

as Bistum Minden wurde 799 von Karl dem Großen nach Beendigung der Sachsenkriege gegründet und unterstand der Kirchenprovinz Köln. Aufstieg und Blütezeit des Bistums fielen in die Zeit der sächsischen und salischen Kaiser von 919 bis 1125.

Aus dem Gebiet, das dem bischöflichen Stuhl durch königliche Schenkung und Belehnung zuwuchs, entstand im Hochmittelalter das Hochstift als Reichsfürstentum. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 erhielt der Mindener Bischofsstuhl die Herzogsgewalt über sein Territorium. Der Bischof regierte mit Beteiligung der Stände, dazu zählten das Mindener Domkapitel, die Ministerialität, die Edelfreien und die Stadt Minden. Zwischen etwa 1250 und 1350 wurden Ämter aufgebaut, verwaltet von bischöflichen Amtleuten auf den Burgen Rahden, Reineberg, Schalksburg, Petershagen und Schlüsselburg. Von 1259 bis 1277 war auch Hameln im Besitz des Hochstifts. Bis 1397 lagen die Vogteirechte bei den Edlen vom Berge, danach kam es zur Reduzierung des Territoriums auf etwa den heutigen Kreis Minden-Lübbecke. Die Hauptstadt Minden wurde schon im 13. Jahrhundert selbstständig. Auf seiner Reise nach Westfalen musste sich der päpstliche Legat Nikolaus von Kues mit den Missständen im Bistum Minden auseinandersetzen.

Im 16. Jahrhundert setzte unter Bischof Franz von Braunschweig-Wolfenbüttel im Hochstift die Reformation ein. 1530 erhielt die Stadt Minden durch Nikolaus Krage eine evangelische Kirchenordnung. 1535 schlossen Bischof Franz von Waldeck, das Mindener Domkapitel und die Stadt Minden einen Vertrag, der den katholischen Kultus im Mindener Dom garantierte. Seit Franz von Waldeck, Bischof von 1530 bis 1553, standen an der Spitze des Bistums immer wieder Männer, die die lutherische Lehre duldeten oder förderten. 1555 regelte der Augsburger Religionsfrieden das konfessionelle Gleichgewicht und gab den Landesherren das Recht, die Konfession ihrer Untertanen zu bestimmen. Die Declaratio Ferdinandea sicherte den evangelischen Untertanen in katholischen geistlichen Territorien die Ausübung ihrer Konfession. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Minden 1625 von katholischen kaiserlichen Truppen besetzt. Der ab 1630 amtierende Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg versuchte die Gegenreformation durchzusetzen, wurde aber vertrieben, und Minden wurde 1634 von schwedisch-protestantischen Truppen besetzt. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 fiel das Hochstift als säkularisiertes Fürstentum Minden an Brandenburg-Preußen als Entschädigung für den Verlust der Anwartschaft auf Vorpommern, das Schweden erhielt.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Hochstift MindenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269367211redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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