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Hochstift Münster

geistliches Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

chon im 12. Jahrhundert wurde der Bischof von Münster mit Teilen des ehemaligen Herzogtums Sachsen belehnt. Bischof Hermann II. erhielt Rechte über ein Gebiet, das größer war als die kirchliche Diözese. Kern des Territoriums war das Oberstift Münster, das sich in seiner Blütezeit von Warendorf, der Lippe und der heutigen niederländischen Grenze rund um die Stadt Münster erstreckte. Über einen schmalen Korridor bei Rheine zwischen den Grafschaften Lingen und Bentheim schloss nördlich das fast gleich große Niederstift Münster an, zwischen der niederländischen Grenze, Papenburg, Cloppenburg und Damme. Enklaven im Oberstift waren die Grafschaft Steinfurt und die Herrschaft Gemen, die Herrschaft Anholt war Nachbar im äußersten Westen. Seit dem 16. Jahrhundert gehörte das Hochstift zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.

Hochstift MünsterTerritorium auf der Karte 164851.9630 N, 7.6256 OAuf der Karte zeigen

Als größtes geistliches Territorium des Reiches übernahm Münster eine Führungsrolle unter den westfälischen Bistümern, wobei es immer wieder zu Rivalitäten mit dem Erzbischof von Köln und dem Grafen von Tecklenburg kam. Die Macht des Adels im Hochstift brach erst Bischof Ludwig II. von Hessen im 14. Jahrhundert. 1451 kam es zur Münsterischen Stiftsfehde, einem Schisma, das erst Papst Kalixt III. durch die Einsetzung Johann von Pfalz-Simmern beendete. 1532 versuchte Bischof Franz von Waldeck vergeblich, die Reformation einzuführen, 1534 bis 1535 folgte das Täuferreich in Münster, danach 1535 die Reichsexekution gegen die Stadt, die bis 1553 ihre Selbständigkeit verlor. Nach dem Dreißigjährigen Krieg rekrutierte Bischof Christoph Bernhard von Galen 1651 1500 Soldaten und stockte diese 1654 auf 3000 Mann auf, um die Stadt Münster zu unterwerfen. Im 18. Jahrhundert stand das Hochstift in Personalunion mit dem Erzstift Köln, 1757 bis 1763 nahm es am Siebenjährigen Krieg gegen Preußen teil.

Im 8. Jahrhundert wurde Westfalen unter Karl dem Großen missioniert. Erster Bischof von Münster war Liudger I. im Jahr 805. Als Keimzellen der Diözese gelten die Klöster Nottuln, Liesborn, Freckenhorst, Vreden sowie das Kloster Werden.

Nach dem Tod des letzten Fürstbischofs 1801 wurde die Stadt ein Jahr später durch den preußischen General Gebhard Leberecht von Blücher besetzt. Diese Maßnahme wurde erst 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss legitimiert, bevor 1806 Truppen Napoleons die Stadt einnahmen. Die im Westen gelegenen Ämter Bocholt und Ahaus wurden den Fürstenhäusern Salm-Salm und Salm-Kyrburg zugewiesen, die mit gemeinsamem Regierungssitz in Bocholt das Fürstentum Salm errichteten. Das Amt Dülmen wurde zur kurzlebigen Grafschaft Dülmen. Unter Napoleon geriet das Gebiet zunächst teilweise, schließlich ganz an das Kaiserreich Frankreich. Durch den Wiener Kongress kam das Oberstift 1815 endgültig an Preußen, das Niederstift an Hannover und Oldenburg.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Hochstift MünsterVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267571388redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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