Münster
Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland
ie Anfänge Münsters reichen bis ins 6. Jahrhundert zurück, als im Bereich des Domplatzes die kleine sächsische Siedlung Mimigernaford lag. 793 gründete der friesische Missionar Liudger an der Furt über die Münstersche Aa ein Kloster, monasterium genannt, das der Stadt ihren Namen gab. Dieses Kloster wurde zum Sitz der fränkischen Missionierung von Sachsen und Friesen. Am 30. März 805 wurde Liudger zum Bischof geweiht. Das entstehende Bistum erstreckte sich von der Lippe entlang der Ems bis nach Friesland und war seit 798 der Kirchenprovinz Köln als Suffragan unterstellt.
Die Gründung des Bistums selbst geht auf das Jahr 799 zurück, als Papst Leo III. bei einem Treffen mit Karl dem Großen neben Münster auch die Diözesen Osnabrück, Minden und Paderborn einrichtete. 805 wurde Ludgerus in Köln zum ersten Bischof von Münster geweiht. Die bischöfliche Reihe reicht bis in die Gegenwart: Von 2009 bis zu seiner Emeritierung 2025 amtierte Felix Genn, seit 2026 ist Heiner Wilmer als 76. Nachfolger des heiligen Liudger Bischof von Münster.
Auch jüdisches Leben hat in Münster eine lange Geschichte. Nach den Chroniken der Stadt existierte bereits im 12. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde, eine der ältesten im Nordwesten Deutschlands. Ihr Zentrum lag am Ort des heutigen Rathausinnenhofs, ihr Friedhof dort, wo heute das Gymnasium Paulinum steht.
Von der mittelalterlichen Stadtverfassung zeugt das Wappen: Das erste Siegel Münsters ist um das Jahr 1231 nachweisbar. Im Mittelalter zeigte das große Stadtsiegel eine stilisierte Stadt mit Mauern und Türmen. Der Siegelstempel selbst wurde 1534 von den Täufern vernichtet, ein Ereignis, das auf die bewegte Geschichte der Stadt im Zeitalter der Reformation verweist.