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Hochstift Paderborn

geistliches Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

as Bistum Paderborn wurde 799 durch Papst Leo III. und König Karl den Großen im Pfalzort Paderborn errichtet. Ein genaues Datum ist nicht überliefert, doch schon seit 798 dienten Enteignungen altsächsischen Eigentums der Gründung. Im Jahr 799 floh Leo III. vor römischen Unruhen zu Karl nach Paderborn, und die Bistumsgründung steht im Zusammenhang mit den dortigen Verhandlungen zur Wiederbegründung des weströmischen Kaisertums. Nur ein Jahr später ließ sich Karl in Rom zum Kaiser krönen. Das Bistum unterstand zunächst Würzburg und war nicht eigenständig; der erste Bischof, der Sachse Hathumar, wurde dort ausgebildet. Um 805 ist sein Wirken im Bistum selbst nachweisbar. Nach Karl fanden weitere Reichsversammlungen im Bistum statt, bei Ludwig dem Frommen 815 und bei Ludwig dem Deutschen 840 und 845.

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Ende des 9. Jahrhunderts führten Erbstreitigkeiten im Frankenreich auch im Bistum Paderborn zu Konflikten zwischen den Konradinern und den Liudolfingern. Das Bistum lag am Hellweg zwischen dem Hausbesitz der Liudolfinger im Harz und dem niederrheinischen Königsbesitz und Aachen. Bischof Meinwerk, von 1009 bis 1036 im Amt, nutzte die Nähe zu den sächsischen Königen für sein Bistum und sorgte für dessen Konsolidierung. Er vermachte dem Bistum seine Erbgüter, erwarb weiteren Grundbesitz und sicherte mehrere Grafschaften, in die er Ministeriale einsetzte, wodurch die Macht des alten Adels schwand. Auch für den monastischen Bereich hatte er große Bedeutung: Heinrich II. überließ ihm das Reichskloster Helmarshausen und das Stift Schildesche, und es entstanden das Abdinghofkloster sowie das Kloster Busdorf. Damit verfügten die Bischöfe über sechs Eigenklöster oder Stifte.

Der Dreißigjährige Krieg, nicht rein aus konfessionellen Gründen geführt, hatte große Auswirkungen auf das katholische Hochstift. Außenpolitisch und wirtschaftlich spielte das Paderborner Land eine unbedeutende Rolle und erfüllte militärisch nur seine Verpflichtungen im Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis auf kaiserlicher Seite. Dennoch traf der Krieg das Land hart, Plünderungen und Einquartierungen beider Seiten schwächten Mensch und Land. Bis 1622 gab es nur indirekte Einwirkungen, vor allem durch plündernde Truppen der Protestantischen Union. Die erste direkte Besetzung der Hauptstadt Paderborn erfolgte durch Christian von Braunschweig, den „Tollen Christian“. Von Januar bis Mai 1622 wurde die Stadt ausgeplündert und faktisch protestantisch, bis die Truppen wieder abzogen. Unvergessen blieben der Raub des Liborischreins und des Domschatzes sowie die folgende Prägung des „Pfaffenfeindtalers“.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Hochstift PaderbornVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268312439redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Johannes Gigasentstanden 1620–1635Public domainQuelle