Paderborn
Großstadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Karl der Große und die Sachsenkriege
m siebten Jahrhundert siedelten im Raum Paderborn die Engern, ein sächsischer Stamm. 772 begannen die auf der Reichsversammlung von Worms beschlossenen fränkischen Sachsenkriege. Karl der Große fiel in der Folge über die via regia in das Gebiet der Engern ein. 776 hielt er sich nach der, bei Zeitgenossen umstrittenen, gewaltsamen Unterwerfung der heidnischen Sachsenstämme in Paderborn auf. So entstand die Karlsburg, und nach deren Zerstörung die Pfalz Paderborn an den Paderquellen, von der aus die Christianisierung der Sachsen betrieben wurde.
Dom und Bischofsherrschaft im Hochmittelalter
Im Jahr 1000 zerstörte ein Großbrand die Pfalz und den frühen Dom. 1002 fand in Paderborn die Königskrönung von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs II., statt. Zwischen 1009 und 1015 entstand unter Bischof Meinwerk, der bis 1036 amtierte, ein neuer Dom, von dem die beiden heutigen kleinen Rundtürme stammen. Meinwerk gründete außerdem 1019 das Benediktinerkloster Abdinghof und das Stift Busdorf, ließ Bischofspalast und Bartholomäuskapelle errichten und erneuerte die Befestigungen der karolingischen Burgstadt.
Bistum, Hochstift und Reformation
799 wurde in Paderborn das gleichnamige Bistum gegründet, aus dem sich später das Hochstift Paderborn als geistliches und zugleich weltliches Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs entwickelte, das bis zur Säkularisation bestand. Ab 1525 fasste die Reformation, ausgehend von Lippstadt und der Landgrafschaft Hessen, in der Stadt Fuß, zunächst im Minoritenkloster. Bischof Erichs unterdrückte diese Bewegung 1528 durch Gegenmaßnahmen. 1532 begannen die reformatorischen Bestrebungen erneut und verstärkten sich ab 1566. Domkapitel und schließlich die Mehrheit der Bevölkerung nahmen das evangelisch-lutherische Bekenntnis an, in der Marktkirche wurde evangelisch gepredigt.
Das Ende des Hochstifts
In den Jahren 1802 und 1803 fiel das Hochstift infolge der Säkularisation als Fürstentum Paderborn an Preußen, wodurch der Fürstbischof sein weltliches Amt als Fürst verlor. 1806 nahmen napoleonische Truppen kampflos die Stadt ein und verboten die Bürgerwehr. Von 1807 bis 1813 gehörte Paderborn zum napoleonischen Königreich Westphalen.