Hochstift Regensburg
weltlicher Herrschaftsbereich des Fürstbischofs von Regensburg
it den Herrschaften Donaustauf, Wörth und Hohenburg am Nordgau gehörte das Hochstift zu den kleineren Hochstiften des Reiches. Der Regensburger Bischof besaß darüber hinaus weitere Ortschaften in Bayern, der Oberpfalz, Tirol und Österreich.
739 errichtete der hl. Bonifatius im Auftrag Papst Gregors III. und mit Zustimmung des bayerischen Herzogs Odilo das Bistum Regensburg. Die ersten Bischöfe waren zugleich Vorsteher des Klosters Sankt Emmeram. Erst 974/75 schuf Wolfgang von Regensburg mit der Einsetzung des Abtes Ramwod ein wirtschaftlich eigenständiges Kloster, das eine Blüte erlebte, doch das Hochstift verlor dadurch erheblich. Weitere reichsunmittelbare Kräfte in Regensburg, die Reichsstadt selbst, das Kloster Sankt Emmeram sowie die Stifte Niedermünster und Obermünster, verhinderten den Aufbau eines geschlossenen Territoriums. Bischöfe wie Heinrich II. von Rotteneck brachten eigene Besitzungen ein. Seit 1256 gehörte Hohenburg im Nordgau, seit Ende des 13. Jahrhunderts Wörth und seit Mitte des 14. Jahrhunderts Donaustauf zum Hochstift.
Verschuldung zwang mehrere Bischöfe, Besitz zu verpfänden oder zu verkaufen; die Herrschaft Donaustauf blieb über Jahrhunderte überwiegend verpfändet. Der Konflikt zwischen Heinrich III. von Stein und Friedrich von Zollern um den Bischofsstuhl schwächte das Hochstift erheblich. 1542 wurde die Reichsstadt Regensburg protestantisch, und auch in der zum Bistum gehörigen Oberpfalz wechselte die Konfession im 16. und 17. Jahrhundert mehrmals. Ab dem 16. Jahrhundert suchte das Hochstift die Nähe der finanzkräftigen bayerischen und pfälzischen Wittelsbacher.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss § 25 wurde das Hochstift 1803 in das Fürstentum Regensburg umgewandelt, das neben der freien Reichsstadt Regensburg weitere Gebiete mit insgesamt 1.542 km² und 108.000 Einwohnern umfasste. Am 26. November 1802 besetzten Truppen des Kurerzkanzlers Karl Theodor von Dalberg Regensburg. Erst am 2. Juli 1805 wurde die Kur-, Reichserzkanzler- und Erzbischofswürde von Kurmainz auf Regensburg übertragen, Erzbischof war von Dalberg. Nach der Besetzung durch französische Truppen fiel das Fürstentum Regensburg 1809 formal an das Königreich Bayern, der tatsächliche Übergang wurde 1810 vollzogen.