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Hoftag zu Besançon (1157)

chon kurz nach Barbarossas Kaiserkrönung im Jahre 1155 gab es Streit mit Papst Hadrian IV. Der Papst setzte den Erzbischof von Lund als Primas der nordischen Kirche ein und gründete weitere nordische Erzbistümer. Damit handelte er gegen alte Ansprüche von Bremen und gegen die Interessen des Reiches, denn die skandinavische Kirche hatte seit der Missionierung durch den Heiligen Ansgar unter Bremen-Hamburg gestanden. Auch die Lehensabhängigkeit des dänischen Königs vom deutschen Kaiser spielte hier eine Rolle. Offenkundig wollte der Papst die skandinavische Kirche dem deutschen Einfluss entziehen und seinen eigenen Einfluss erhöhen. Als Reaktion wurde Eskil von Lund vorübergehend gefangen genommen.

In Besançon überbrachten zwei päpstliche Legaten einen Brief Hadrians IV., dessen Anrede die Kardinäle den Kaiser als Brüder stellte, den Papst aber als Vater. Damit wurde Friedrich als Lehensmann des Papstes behandelt, was seiner sakralen Vorstellung vom Kaisertum widersprach. Reichskanzler Rainald von Dassel, ehemals Dompropst zu Hildesheim, übersetzte das zweideutige Wort beneficium bewusst mit Lehen, was unter den Reichsfürsten große Aufregung auslöste. Im folgenden Schlagabtausch mit dem päpstlichen Kanzler Rolando Bandinelli fragte dieser anmaßend, von wem der Kaiser sein Amt habe, wenn nicht vom Papst. Die Entrüstung wuchs so, dass Barbarossa Bandinelli gegen das Schwert des Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach in Schutz nehmen musste. Der Streit führte zum vorläufigen Abbruch der Beziehungen zwischen Kaiser und Papst. Die päpstlichen Gesandten mussten das Land verlassen, und Friedrich I. untersagte deutschen Geistlichen Romreisen und Appellationen an den Papst.

Da Kaiser, weltliche Fürsten und deutsche Bischöfe geschlossen gegen die päpstliche Auffassung standen, wich Hadrian IV. von seiner Position zurück. Eine neue päpstliche Gesandtschaft ließ das Wort beneficium nun als Wohltat statt als Lehen verstehen. Der Konflikt war damit jedoch nicht beendet, denn es entbrannte ein Streit um das Verhältnis von weltlicher und kirchlicher Gewalt. Seit dieser Zeit verwendete man den Begriff sacrum Imperium und betonte die Heiligkeit des Reiches aus karolingischer und römisch-christlicher Tradition. Beide Parteien waren sich einig, dass die Reichsgewalt wieder vollständig hergestellt werden sollte, was mit der zweiten Romreise Barbarossas im Jahre 1158 versucht wurde.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Hoftag zu Besançon (1157)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 269884571redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Emil Nietzsch SohnPublic domainQuelle