Honorius III.
Papst (1216–1227)
onorius wurde um 1148 in Rom geboren. Seine Herkunft aus dem Haus der Savelli ist unsicher. In Rom erzogen, wurde er Kanoniker von Santa Maria Maggiore und war von 1188 bis 1198 Camerlengo, also Kardinalkämmerer der Heiligen Römischen Kirche. Er verfasste den Liber censuum von 1192, eine Sammlung von Texten, darunter die namengebende Liste der Steuereinnahmen der römischen Kirche. 1193 nahm ihn Papst Coelestin III. als Kardinal von Santi Giovanni e Paolo in das Kardinalskollegium auf. Von 1194 bis 1198 leitete er die päpstliche Kanzlei, von 1198 bis 1216 war er wohl Kämmerer des Heiligen Kardinalskollegiums.
Am 18. Juli 1216 wurde er zum Papst erhoben. Er versuchte, die Lehnshoheit über England und die Rechte des minderjährigen Königs Heinrich III. zu wahren. 1217 genehmigte er Christian von Preußen einen Kreuzzug gegen die heidnischen Prußen und gab ihm die Vollmacht, Bistümer zu gründen und Kathedralen erbauen zu lassen. In Frankreich erreichte sein Legat, dass König Ludwig VIII. 1226 einen Kreuzzug gegen die Albigenser unternahm.
Das Verhältnis zum sizilischen und deutschen König Friedrich II. war belastet. Friedrich zögerte den versprochenen Orientkreuzzug hinaus und griff in Bistumsbesetzungen in Sizilien ein. Dennoch krönte Honorius ihn am 22. November 1220 zum Kaiser. Der ohne Friedrich begonnene Kreuzzug von Damiette scheiterte 1221 im Nildelta. In seinem Auftrag entstand eine Sammlung von Dekretalen, deren Anwendung Honorius erstmals zur Pflicht machte. 1225 verpflichtete er den Kaiser im Vertrag von San Germano, spätestens bis August 1227 einen Kreuzzug zu beginnen.
Das Scheitern des Aufbruchversuchs erlebte Honorius nicht mehr. Er starb am 18. März 1227 in Rom und wurde in der Kirche Santa Maria Maggiore bestattet. Das Grabmal existiert nicht mehr. Sein Nachfolger wurde Papst Gregor IX., in dessen Pontifikat die Spannungen zwischen Kaiser und Papst einen neuen Höhepunkt erreichten. Sein Großneffe Giacomo Savelli wurde als Papst Honorius IV. von 1285 bis 1287 einer seiner Nachfolger.