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Hunnen

nomadische zentralasiatische Reitervölker, ethnisch heterogener Kriegerverband

er Vorstoß der als Hunnen bezeichneten Gruppe nach Ostmitteleuropa in den 370er Jahren gilt als Auslöser der Völkerwanderung, wobei nie ganze Völker wanderten, sondern heterogene Gruppen. Die Gründe blieben unklar; neben Nahrungsmangel oder Beutelust wird seit Anfang des 21. Jahrhunderts eine Klimaänderung in den asiatischen Steppen diskutiert. Der Paläoklimatologe Edward R. Cook fand Hinweise auf eine lang anhaltende Megadürre in Mittelchina mit extremen Phasen um 360, 430, 480 und 550. Die Hunnen überschritten unter ihrem angeblichen Führer Balamir die Wolga, zerschlugen um 374 das Reich der Alanen und schlossen mit ihnen ein Bündnis. 375 zerstörten sie in der heutigen Ukraine das Reich der Greutungen, deren König Ermanarich Suizid beging; Teile der Greutungen flohen nach Westen. Anschließend kam es zu Zusammenstößen mit den gotischen Terwingen unter Athanarich.

Unter Uldin kam es zu hunnischen Raubzügen auf römischem Gebiet, doch dienten Hunnen 406 auch als Hilfstruppen gegen Radagaisus. Hunnische Söldner standen später im Dienst des weströmischen Feldherrn Flavius Aëtius, etwa 436 im Krieg gegen die Burgunden. Während die Beziehungen zu Westrom lange gut blieben, griffen die Hunnen oströmisches Gebiet 441/42 und 447 an, um Zahlungen aus Konstantinopel zu erpressen. Der Hunnenherrscher Charaton erhielt 412 eine oströmische Gesandtschaft mit Geschenken, worüber Olympiodoros von Theben berichtete. Spätestens der Herrscher Rua hatte ein Machtzentrum in der Theißebene und erhielt Jahrgelder aus Ostrom; nach dem Tod seines Bruders Oktar 430 regierte er über einen Großteil der europäischen Hunnen und schuf erstmals eine einigermaßen einheitliche Führung.

Nach Ruas Tod 434 teilten sich seine Neffen Bleda und Attila das Reich, bis Attila Bleda Ende 444 oder Anfang 445 ermorden ließ. Unter Attila erreichte die hunnische Macht ihren Höhepunkt, sein Herrschaftssitz lag in der Theißebene. Zwischen 441/42 und 447 verwüstete er weite Teile des römischen Balkans und eroberte Städte wie Singidunum, Serdica und Ratiaria, wodurch er Kaiser Theodosius II. zu hohen Tributzahlungen zwang. Als Kaiser Markian die Zahlungen endgültig einstellte, zog Attila im Frühjahr 451 gegen Westrom und marschierte in Gallien gegen seinen einstigen Verbündeten Flavius Aëtius. Dieser war mit Franken, Burgunden und Westgoten verbündet und schlug Attila im Juni 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern zurück. Die Schlacht endete ohne klaren Sieger, doch die Hunnen verloren den Nimbus der Unbesiegbarkeit.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel HunnenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269459987redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Peter Johann Nepomuk Geigerentstanden 1873Public domainQuelle