Ingolstadt
Großstadt an der Donau in Bayern, Deutschland
Erste Erwähnung
ngolstadt wird erstmals in der Reichsteilungsurkunde Karls des Großen erwähnt, der Divisio Regnorum vom 6. Februar 806. Dort erscheint der Ort als villa Ingoldesstat, die Stätte des Ingold.
Ein eigenes Herzogtum
1392 wurde Bayern in die Herzogtümer Bayern-München unter Johann II., Bayern-Landshut unter Friedrich dem Weisen und Bayern-Ingolstadt geteilt. Ingolstadt wurde dadurch Haupt- und Residenzstadt eines souveränen Herzogtums unter Stephan III., genannt Stephan der Kneißel. Sein Sohn Ludwig VII., der Gebartete, gestorben 1447, vollendete die Stadterweiterung mit 87 Türmen, die der Stadt den Beinamen die Hunderttürmige einbrachte.
Universität und Gegenreformation
Das Ende des souveränen Herzogtums bedeutete für Ingolstadt keinen Niedergang. Die Stadt fiel an Bayern-Landshut. 1472 gründete Herzog Ludwig IX., der Reiche, mit päpstlichem Privileg die erste bayerische Universität. Der Zuzug von etwa 600 Universitätsangehörigen stärkte die Wirtschaft. 1520 wurde das Pädagogium, 1549 das Jesuitenkolleg Ingolstadt gegründet. Das war die Grundlage für Ingolstadts Bedeutung als Hauptort der Gegenreformation.
Die jüdische Gemeinde
In Ingolstadt bestand im Mittelalter eine jüdische Gemeinde, die bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts schriftlich erwähnt wird. Das jüdische Wohngebiet mit Synagoge lag im Süden der Altstadt im Bereich der heutigen Schutter- und Spitalstraße. Judenverfolgungen gab es in den Jahren 1348 und 1450, wobei sich zwischen den Vertreibungen wieder jüdische Familien in der Stadt ansiedelten.