Inn
rechter Nebenfluss der Donau in der Schweiz, Österreich und Deutschland
ie erste schriftliche Erwähnung des Inn stammt von Tacitus aus den Jahren 105 bis 109. Spätere Autoren der römischen Kaiserzeit verschriftlichten den Namen ähnlich, etwa als Αἶνος oder lateinisch Aenus. Im mittelalterlichen Latein wurde er zumeist Enus geschrieben, von Humanisten Oenus. Durch Lautwandel im Altbairischen von e zu i wurde daraus In, bezeugt in einem Tauschgeschäft des Bischofs von Eichstätt aus den Jahren 1057 bis 1060. Bis ins 17. Jahrhundert schrieb man In oder Yn, auch Ihn oder Yhn. Das Doppel-n erscheint erst im 16. Jahrhundert, etwa im Tiroler Landreim von 1557. Seit dem 18. Jahrhundert ist diese Schreibweise üblich. Die römischen Erwähnungen betreffen den Unterlauf, der Tiroler Abschnitt wird erst im 6. Jahrhundert bei Venantius Fortunatus als Aenus genannt.
Schifffahrt auf dem Inn gab es schon zur Zeit der Römer. Im Jahr 1190 gewährte Kaiser Heinrich IV. die Einrichtung einer Salzstapelniederlassung in Mühldorf am Inn, worauf weitere Innstädte mit Handelsrechten folgten. Oberer Endpunkt der Innschifffahrt war Hall, das dadurch wichtigster Warenumschlagplatz Nordtirols wurde und das Stapelrecht für Getreide besaß. Bei Hall verhinderte ein Holzrechen die durchgehende Schifffahrt, außer für Geschütze aus dem Innsbrucker Zeughaus oder Leibschiffe der Tiroler Landesfürsten. Neben Salz aus Tirol wurden Eisenerz, Silber, Kupfer, Kalk, Holz, Tuche und Tiroler Wein flussabwärts bis Wien geschifft. Wasserburg am Inn war die bedeutendste Stadt der Innschifferei, wo Schiffsmeisterfamilien zu erheblichem Wohlstand kamen. Bei der Rückfahrt wurden die Schiffe von Pferden auf dem Treidelweg stromaufwärts gezogen, sechs bis zwanzig Tiere zogen dabei bis zu 100 Tonnen Getreide. Die Fahrt von Hall nach Kufstein dauerte rund fünf Stunden, nach Wien knapp eine Woche.
Da es am breiten und stark strömenden Inn früher nur wenige Brücken gab, verlangte man seit dem Mittelalter für Bau und Erhalt einen Brückenzoll, etwa in Zams. In Passau war dem St. Ägidien-Spital ein eigenes Innbruckamt inkorporiert, das für die Verwaltung der Marienbrücke zuständig war und daneben auch Pfarreien verwaltete, die vom jeweiligen Bruckpfarrer zu vergeben waren.