Passau
kreisfreie Universitätsstadt in Niederbayern, Deutschland
ine erste keltische Siedlung lag in der La-Tène-Zeit auf dem Altstadthügel mit einem Donauhafen in Höhe des heutigen alten Rathauses. An der Stelle des heutigen Domes entstand das römische Kastell Batavis als Teil der Limesbefestigung. Der Name Batavis leitet sich vermutlich von den dort stationierten germanischen Söldnern vom Stamm der Bataver ab. Aus Batavis entwickelte sich wahrscheinlich der heutige Name Passau.
1477 wurde dem Christen Christoph Eysengreißheimer vorgeworfen, er habe den jüdischen Feinden des Heilands acht gestohlene Hostien verkauft, die diese geschändet haben sollen. Die Angeklagten wurden inhaftiert, gefoltert und nach Geständnissen enthauptet, sofern sie sich vorher hatten taufen lassen, andernfalls mit glühenden Zangen zerfleischt und verbrannt. Passau ist der Entstehungsort des Ausbunds, des ältesten Gesangbuchs des Protestantismus, das bei den Amischen noch heute benutzt wird. Seine Kernsammlung entstand zwischen 1535 und 1540 im Verlies der Passauer Burg. Die Autoren waren inhaftierte Täufer, von denen einige bereits während der Gefangenschaft verstarben.
Der Dom St. Stephan ist Sitz des Passauer Bischofs. Er geht zurück auf eine Kirche, die schon um 450 existierte. Die Bischofskirche wurde 730 erstmals urkundlich erwähnt und war seit 739 Kathedrale der Diözese. Zur Amtszeit Bischofs Pilgrim wurde ab 982 der Neubau einer dreischiffigen Episkopalkirche mit westlicher Doppelturmfassade errichtet. Zwischen 1280 und 1325 wurde dieser teilweise durch einen frühgotischen Dom ersetzt. Ein Ostteil im spätgotischen Stil wurde von 1407 bis 1560 angebaut. Durch den Stadtbrand von 1662 wurde der Dom mit Ausnahme der Außenmauern des Ostteils vollständig zerstört.
Von den drei Flüssen in Passau ist nur die Donau schiffbar. Seit der Fertigstellung des Main-Donau-Kanals ist sie Teil der Europäischen Schifffahrtslinie von Rotterdam in den Niederlanden bis zum Schwarzen Meer. Im ÖPNV spielen die Wasserwege keine Rolle, auch wenn regelmäßig die Einführung eines Wassertaxis im Gespräch ist. Es existiert jedoch eine touristisch orientierte Linienschifffahrt, die unter anderem Obernzell, die Schlögener Schlinge und Linz anfährt.