Innozenz IV.
Papst
inibaldo de Fieschi entstammte einer führenden genuesischen Familie und galt nach seinem Studium in Parma und Bologna als bedeutender Kanonist, der den Papst als obersten geistlichen und weltlichen Gesetzgeber sah. Seit 1223 als magister belegt, wurde er 1226 Kanoniker in Parma und 1227 von Gregor IX. zum Vizekanzler der Römischen Kirche ernannt, kurz darauf zum Kardinalpriester von San Lorenzo in Lucina. In den folgenden Jahren war er politisch für Gregor IX. tätig, etwa in Ancona und Rimini, bevor er 1240 nach Rom zurückbeordert wurde. Nach dem kurzen Pontifikat Coelestins IV. und einer Sedisvakanz von 19 Monaten wählte ihn ein Konklave in Anagni zum Papst. Mit seiner Wahl am 25. Juni und Inthronisation am 28. Juni 1243 wandelte sich die Freundschaft Friedrichs II. zu einem Kardinal in Feindschaft zu einem Papst, auch wenn erste Verhandlungen noch auf eine Einigung hofften.
Der Konflikt mit Friedrich II. begann offen mit einem Streit um Viterbo. Im Sommer 1244 floh Innozenz IV. heimlich nach Genua und weiter nach Lyon, wo er 1245 ein allgemeines Konzil einberief. Dort klagte er Friedrich des Eidbruchs, der Häresie, des Sakrilegs und der Unterdrückung kirchlicher Freiheit an, der Kaiser wurde für schuldig erklärt, erneut gebannt und abgesetzt. Innozenz rief zum Kreuzzug gegen Friedrich auf und unterstützte die Gegenkönige Heinrich Raspe und Wilhelm von Holland, während in Italien Guelfen und Ghibellinen blutig gegeneinander kämpften. Auch nach Friedrichs Tod 1250 führte der Papst den Kampf gegen die Staufer fort, zunächst gegen Konrad IV., dann gegen Manfred. Auf seinem Krankenbett in Neapel erfuhr Innozenz IV. noch vom Sieg Manfreds bei Foggia über das päpstliche Heer, kurz darauf starb er am 7. Dezember 1254 und wurde in der Kathedrale von Neapel beigesetzt.
Innozenz IV. war auch als Kanonist bedeutend und verfasste den Apparatus in quinque libros decretalium, einen wichtigen Kommentar zum kanonischen Recht seiner Zeit. Darin begründete er die päpstliche Suprematie gegenüber dem Kaiser mit dem Argument, Christus habe als Herr über weltliche Herrscher urteilen können, weshalb dessen Stellvertreter, der Papst, den Kaiser absetzen dürfe, wie es auf dem 1245 einberufenen Konzil von Lyon geschah. Die Verfolgung von Häretikern war ihm ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Am 15. Mai 1252 erließ er die Bulle Ad Extirpanda, die zur allgemein anerkannten Norm für das Inquisitionsverfahren wurde und aus dem weltlichen Recht die Folter als Mittel der Wahrheitsfindung übernahm.