Lyon
Hauptstadt der Region Rhône-Alpes und des Départements Rhône in Südfankreich, am Zusammenfluss von Rhône und Saône gelegen
Antike
ie zuvor keltische Siedlung wurde 43 v. Chr. von den Römern unter dem Namen Lugdunum als Verwaltungszentrum Galliens gegründet. Diese Rolle behielt die Stadt über drei Jahrhunderte, bis ihre Bedeutung mit dem Untergang des Römischen Reiches zurückging. Im Jahr 177 wurde hier die Märtyrerin Blandina verbrannt, die später Stadtpatronin wurde. Im 2. Jahrhundert lebte Irenäus von Lyon, Bischof von 177 bis 202 und bedeutender Kirchenvater. Der spätere römische Kaiser Caracalla wurde am 4. April 188 in Lyon geboren, damals Verwaltungssitz der Provinz Gallia Lugdunensis, deren Statthalter sein Vater Septimius Severus war. Er erhielt den Namen Septimius Bassianus.
Mittelalter
Nach dem Tod Kaiser Ludwigs I. fiel der fränkische Reichsteil Burgund und damit Lyon bei der Teilung des Frankenreiches 843 an Kaiser Lothar I. und dessen Mittelreich. Als Lothar I. kurz vor seinem Tod im September 855 in der Teilung von Prüm das Mittelreich aufteilte, erhielt sein jüngster Sohn Karl die Provence sowie das südliche Burgund mit dem Dukat Lyon. Karl starb im Januar 863 ohne Nachkommen, worauf seine älteren Brüder das Reich aufteilten. Lothar II. erhielt den Dukat Lyon, Ludwig II. die Provence. Karl wurde im Nonnenkloster St. Petrus bei Lyon beigesetzt. Als Lothar II. 869 starb, wurde sein Reich 870 im Vertrag von Meerssen zwischen West- und Ostfrankenreich aufgeteilt. Lyon fiel damals an den westfränkischen König Karl den Kahlen.
16. bis 19. Jahrhundert
Marguerite d’Angoulême, die Schwester des französischen Königs Franz I., zog 1524 mit ihrem Hof nach Lyon und förderte Kirchenreformen und neue Ideen im Sinne der evangelischen Botschaft. Schriften spielten dabei eine wesentliche Rolle, und zunehmend kamen deutsche Radierer und Buchdrucker wie Sebastian Gryphius in die Stadt. Die im Buchdruck arbeitenden Griffarins bildeten eine eigene, gebildete Gemeinschaft und forderten Reformen wie französischsprachige Gottesdienste. Um 1530 erschienen erste Bücher aus Antwerpen, Basel, Straßburg und Genf mit lutherischen und reformierten Ideen. Der Buchdrucker Pierre de Vingle publizierte ab 1525 Schriften des Reformators Guillaume Farel, Etienne Dolet druckte Werke von Erasmus von Rotterdam, Jacques Lefèvre d'Étaples, Pierre-Robert Olivétan und Clément Marot, wofür er verhaftet und zum Tode verurteilt wurde. 1529 kam es zu einem Aufstand der Armen in Lyon, worauf die Bürger eine Armenstiftung gründeten.