Isenburg (Adelsgeschlecht)
Adelsgeschlecht
ie Isenburger galten als eines der bedeutendsten edelfreien Geschlechter am Mittelrhein und im Westerwald. Ihr erster nachweisbarer Wohnsitz war ein Herrenhof in Rommersdorf. Um 1100 erbauten die Brüder Rembold I. und Gerlach I. die Burg Isenburg und nannten sich fortan Herren von Isenburg. Rembold II. von Isenburg erbte durch seine Ehe Rechte im Einrichgau. Zu den Herrschaftsrechten zählten unter anderem die Klostervogtei Fulda von 1232 bis 1414 und die Grafschaft Wied. Gerlach IV. von Isenburg heiratete Ende des 12. Jahrhunderts die Erbtochter der Herren von Kobern und wird 1189 als Herr von Kobern bezeichnet. Bis 1270 blieb die Herrschaft Kobern bei den Isenburgern. Schon im 12. Jahrhundert begann die Verzweigung des Geschlechts, 1210 bestanden bereits vier bis fünf Linien nebeneinander, und immer neue Familienstämme bildeten sich durch Erbteilungen.
Ludwig von Isenburg kam vermutlich über eine Heirat mit der Erbtochter von Büdingen in die südöstliche Wetterau. Den Ysenburgern gelang es, das ursprünglich in fünf Teile zerfallene Erbe der Büdinger im Verlauf von etwa 150 Jahren größtenteils an sich zu bringen. Die Grafschaft Isenburg-Büdingen mit dem Büdinger Schloss als Herrschaftszentrum teilte sich 1511/17 in die Linien Isenburg-Ronneburg und Isenburg-Birstein. Die Linie Isenburg-Ronneburg starb 1601 aus, worauf ihr Besitz an Isenburg-Birstein fiel. Diese spaltete sich 1628/31 in die Zweige Isenburg-Büdingen und Isenburg-Offenbach. Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Solmser Landrecht als Landesrecht eingeführt und blieb in den Landesteilen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts an das Großherzogtum Hessen fielen, weiter geltendes Recht.
Durch die Dritte Hauptteilung 1684 entstanden die Häuser Ysenburg-Büdingen-Birstein, ab 1744 Fürstentum Isenburg und Büdingen, und Ysenburg-Büdingen mit Residenz in Büdingen. Letztere teilte sich am 23. Juli 1687 in Meerholz in einem erneuten Rezess noch einmal in vier Speziallinien: Ysenburg-Büdingen in Büdingen, in Marienborn, in Meerholz und in Wächtersbach. Diese Teil-Grafschaften waren nicht nur durch Blutsverwandtschaft, sondern auch durch Hausverträge verbunden. Da das Erbprinzip der Primogenitur in Ysenburg noch nicht eingeführt war, wurde das Territorium 1687 unter den vier Söhnen von Maria Charlotte, Witwe des Johann Ernst I. von Isenburg-Büdingen, geteilt.
1806 trat das Fürstentum Isenburg-Birstein dem Rheinbund bei und vereinigte alle isenburgischen Lande, auch die ysenburgischen Grafschaften Büdingen, Meerholz und Wächtersbach. Nach der faktischen Auflösung des Rheinbunds war das Fürstentum zunächst besetztes Feindesland, wurde dann mediatisiert und kam 1815 zu Österreich, anschließend 1816 nach einer Teilung zu Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel. Im Haus Hessen war von diesem Zeitpunkt an Fürst zu Isenburg Bestandteil des Titels. Die isenburgischen Souveränitätslande wurden im Großherzogtum als Landratsbezirk Offenbach und Landratsbezirk Büdingen sowie im kurhessischen Teil im Kreis Gelnhausen weiter geführt.