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Jaroslav Borsita von Martinic

kaiserlicher Statthalter

596 wurde Jaroslav Borsita mit 14 Jahren für mündig erklärt. 1598 beerbte er seinen Onkel Georg Borzita von Martinic und erhielt Schloss Smetschno sowie die Herrschaft Stochau. 1609 wurde er Hofmarschall und Oberstkanzler von Böhmen. Am 9. Juli 1609 gewährte König Rudolf II. den evangelischen Standesherren durch den Majestätsbrief weitgehende Religionsfreiheit, was zu Konflikten zwischen Katholiken und Protestanten führte. Die Zerstörung einer evangelischen Kirche in Klostergrab war 1618 der Auslöser für den böhmischen Ständeaufstand. Heinrich Matthias von Thurn, der militärische Anführer des Aufstandes, hegte einen persönlichen Groll gegen Martinic, dem er 1617 das Amt des Burggrafen von Karlstein abtreten musste. Gleichzeitig wurde Martinic zum königlichen Statthalter in Böhmen ernannt und war einer der Hauptvertreter der Gegenreformation. 1617 wurde Ferdinand II. zum König von Böhmen gewählt und bekämpfte den Majestätsbrief.

PragOrt auf der Karte 164850.0875 N, 14.4214 OAuf der Karte zeigen

Am 23. Mai 1618 zog eine wütende Menge protestantischer Ständevertreter unter Thurn über die Karlsbrücke zur Prager Burg und warf Martinic, Wilhelm Slavata und den Schreiber Fabricius aus einem Fenster der böhmischen Kanzlei etwa 17 Meter tief in den Burggraben. Alle drei überlebten, doch der Fenstersturz löste den Dreißigjährigen Krieg aus. Martinic rettete sich in das Haus des Oberstkanzlers Lobkowitz, täuschte eine Todkrankheit vor und floh als Stallknecht verkleidet über Passau nach München unter den Schutz Herzog Maximilian I. von Bayern. Am 8. November 1620 siegten die Kaiserlichen und die Katholische Liga in der Schlacht am Weißen Berg. Am 21. Juni 1621 wurden am Prager Altstädter Ring 27 Aufständische hingerichtet. Martinic zog mit den Siegern in Prag ein, erhielt sein Eigentum zurück und wurde am 10. Mai 1621 von Ferdinand II. zum Reichsgrafen erhoben.

Nach seiner Erhebung in den Grafenstand setzte sich Martinics politische Karriere fort. Er wurde 1624 Oberstlandrichter, 1625 Oberstlandkämmerer, 1628 Obersthofmeister, 1634 Hofpfalzgraf und 1638 Oberstburggraf von Böhmen. Bei der Eroberung und Besatzung der Prager Kleinseite durch schwedische Truppen unter General Hans Christoph von Königsmarck im Juli 1648 wurde Martinic verletzt und gefangen genommen. Sein Palais am Hradschiner Platz wurde beschlagnahmt und mit schwedischer Einquartierung belegt. Er erlebte noch den Abzug der Schweden und das Ende des Dreißigjährigen Krieges, verstarb jedoch im Jahr darauf als 67-Jähriger und wurde in der Kirche von Schloss Smetschno beigesetzt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Jaroslav Borsita von MartinicVersionsgeschichteBearbeitungsstand 263460555redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Bartholomäus Sarburghentstanden 1621Public domainQuelle