Johann Friedrich II. (Sachsen)
Herzog zu Sachsen
ohann Friedrich war ältester Sohn Kurfürst Johann Friedrichs des Großmütigen und Sibylles von Jülich-Kleve-Berg. Zusammen mit seinem Bruder Johann Wilhelm wurde er sorgfältig ausgebildet und nahm früh an Hofratssitzungen teil. 1547 übernahm er 18-jährig nach der Schlacht bei Mühlberg und der Gefangennahme des Vaters mit seinem Bruder die Verwaltung der ernestinischen Länder und unterwarf sich schließlich Kaiser Karl V. Der Kaiser setzte den Söhnen eine Jahressumme von 50.000 Gulden aus, die nicht gezahlt werden konnte, weshalb Ämter verpfändet wurden. Nach dem Tod des Vaters 1554 wurde Johann Friedrich alleiniger Regent und bezog seine Residenz in Gotha auf Burg Grimmenstein. Die kaiserliche Neubelehnung erfolgte 1555. Zudem trat er in Dienste des französischen Königs Heinrich II. und erhielt dafür 30.000 Franc jährlich.
Weil Johann Friedrich dem 1563 geächteten Wilhelm von Grumbach trotz kaiserlichen Verbots Schutz gewährte, wurde er 1566 von Kaiser Maximilian II. selbst geächtet. Kaiserliche Truppen unter Kurfürst August belagerten Gotha und Burg Grimmenstein; während der Belagerung ließ Johann Friedrich Belagerungsklippen schlagen. Nach der Einnahme der Burg 1567 wurde er nach Dresden und später nach Wien gebracht, es folgte kaiserliche Gefangenschaft mit eigener Hofhaltung in Wiener Neustadt, auf der Burg Preßburg und wieder in Wiener Neustadt. Dort unterhielt er einen kleinen Hofstaat mit eigenem evangelischen Pfarrer und bewirtschaftete einen Pachtgarten. Kurfürst August ließ 1567 einen Gedenktaler auf die Einnahme Gothas prägen. 1572 zog seine Frau Elisabeth von der Pfalz zu ihm ins Gefängnis und blieb über 20 Jahre bis zu ihrem Tod 1594 bei ihm. 1595 wurde Johann Friedrich wegen der Türkengefahr nach Steyr gebracht, wo er nach 28-jähriger Haft an den Folgen eines Sturzes starb.
Seine sterblichen Überreste wurden 1595 nach Coburg überführt und gemeinsam mit seiner Gemahlin in der Morizkirche bestattet. Herzog Johann Casimir ließ 1598 seinen Eltern durch den Bildhauer Nikolaus Bergner ein zwölf Meter hohes Grabmal aus thüringischem Alabaster setzen, das zu den schönsten Renaissance-Epitaphen in Deutschland gezählt wird und das herzogliche Ehepaar mit den knienden Kindern zeigt. Die Herrschaft über die ernestinischen Besitzungen übernahm zunächst sein Bruder Johann Wilhelm bis zu dessen Tod 1573. In der Erfurter Teilung 1572 wurde den Söhnen Johann Friedrichs des Mittleren der väterliche Hausbesitz, die Pflege Coburg und die Ämter um Eisenach und Gotha, zurückgegeben; nach Erreichen der Volljährigkeit teilten sie ihn 1595 unter sich auf, Johann Casimir erhielt Coburg, Johann Ernst Eisenach und Gotha. Damit begannen die zahlreichen ernestinischen Teilungen, in deren Folge in Thüringen zahlreiche kleine Territorien entstanden.
Johann Friedrich heiratete 1555 in Weimar Agnes, Tochter des Landgrafen Philipp I. von Hessen und Witwe des Kurfürsten Moritz von Sachsen; sie starb noch im selben Jahr an Fieber. 1558 schloss er in Weimar seine zweite Ehe mit Elisabeth, Tochter des Kurfürsten Friedrich III. von der Pfalz. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Johann Friedrich, Friedrich Heinrich, Johann Casimir, der später Herzog von Sachsen-Coburg wurde, und Johann Ernst, der Herzog von Sachsen-Eisenach wurde, hervor.