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Moritz (Sachsen)

Herzog und Kurfürst von Sachsen

m August 1541 starb Moritz’ Vater, und Moritz wurde Herzog des albertinischen Sachsen. Sein Rat Georg von Carlowitz riet ihm, sich mit Kaiser Karl V. und dessen Bruder, dem Römischen König Ferdinand, gutzustellen, um den Fortgang der protestantischen Bewegung nicht zu gefährden. So nahm Moritz an Karls V. Feldzügen gegen die Türken und Franzosen teil, konfiszierte zugleich katholisches Kirchengut und eignete sich enormen Besitz an. Zum 1531 gegründeten protestantischen Schmalkaldischen Bund hielt er Distanz, obwohl sein Schwiegervater Philipp von Hessen den Bund anführte. In der Karwoche 1542 kam es fast zum Bruderkrieg, weil Johann Friedrich das gemeinsam verwaltete Wurzener Land besetzte. Philipp und Martin Luther vermittelten erfolgreich.

Am 19. Juli 1546 verhängte Karl V. die Reichsacht über Kurfürst Johann Friedrich I. Für die Vollstreckung wurde Moritz die Kurfürstenwürde in Aussicht gestellt. In der Schlacht bei Mühlberg an der Elbe besiegten der Kaiser, Ferdinand I. und Moritz den Schmalkaldischen Bund und nahmen Philipp und Johann Friedrich I. gefangen. Nach zeitgenössischen Chronisten geschah dies an einem Tag, dem 24. April 1547. In der Wittenberger Kapitulation verzichtete Johann Friedrich auf Kurwürde und einen Großteil seines Territoriums. Am 4. Juni 1547 wurde Moritz im kaiserlichen Feldlager zum Kurfürsten erhoben. Als „Judas von Meißen“ beschimpft, verbarg er seine Enttäuschung bis zum geharnischten Reichstag zu Augsburg am 25. Februar 1548.

Moritz suchte die Annäherung an die evangelischen Fürsten Norddeutschlands. Bei der ihm übertragenen Belagerung Magdeburgs erreichte er durch geheime Zusagen die kampflose Kapitulation der Stadt. Danach wandte er sich gegen den Kaiser. Im Vertrag von Chambord vom Januar 1552 versprach ihm König Heinrich II. Geld und Waffenbeistand; dafür sollte Heinrich Metz, Toul, Verdun und Cambrai erhalten. Im März begann der Fürstenaufstand, der Kaiser floh ins Kärntener Villach. Moritz handelte mit Ferdinand I. den Vertrag zu Passau von 1552 aus, einen Vorläufer des Augsburger Religionsfriedens von 1555.

Moritz’ früher Tod veränderte das politische Kräftegefüge im Reich erneut. Das im Kampf gegen den Kaiser Erreichte war jedoch nicht mehr umkehrbar. Seine pragmatische Politik verhinderte die universal-absolutistischen Pläne Karls V. und bereitete einen Ausgleich in der Religions- und Verfassungsfrage vor. So konnten sich die Territorien zu frühmodernen Staaten innerhalb des Reiches entwickeln. Moritz prägte damit die nachfolgende Reichsordnung, die bis 1806 dauern sollte.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Moritz (Sachsen)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270013304redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Lucas Cranach der Jüngereentstanden 1559Public domainQuelle