Schlacht bei Mühlberg
Schlacht im Schmalkaldischer Krieg
ie protestantischen Truppen, etwa 7.000 Soldaten unter Johann Friedrich von Sachsen, wurden in ihrem Feldlager bei Mühlberg überrascht. Sie marschierten nördlich der Elbe von Meißen über Mühlberg und Torgau nach Wittenberg und bereiteten sich am Morgen des 24. April auf den Weitermarsch vor. Nur wenige Wachen sicherten das Lager zur Elbe hin, da man den Übergang der kaiserlichen Truppen nicht erwartete. Der Kurfürst nahm mit den meisten Offizieren an einem Gottesdienst teil, während spanische Soldaten den Fluss teils schwimmend, teils an einer Furt überquerten. Es kam zu Gefechten, die Wachsoldaten zogen sich auf das Lager zurück. Johann Friedrich befahl den Rückzug, da sein Heer den 17.000 Fußsoldaten und 10.000 Reitern der katholischen Streitmacht nicht gewachsen war. Torgau oder Wittenberg konnten nicht mehr erreicht werden, die protestantischen Truppen wurden vernichtend geschlagen. In einem Wäldchen bei Falkenberg umzingelten spanische und ungarische Husaren zusammen mit neapolitanischen Reitern den Kurfürsten. Er wurde durch einen Säbelhieb im Gesicht verletzt, gefangen genommen und vor den Herzog von Alba, dann vor den Kaiser geführt.
Die Niederlage bei Mühlberg bedeutete das Ende des Schmalkaldischen Bundes. Die Wittenberger Kapitulation beendete am 19. Mai 1547 den Schmalkaldischen Krieg. Johann Friedrich verlor die Kurwürde und große Teile seiner Länder an den mit Karl V. verbündeten Herzog Moritz von Sachsen. Den Ernestinern blieben nur die Besitzungen in Thüringen. Es entstand das Herzogtum Sachsen beziehungsweise das sächsisch-ernestinische Gesamthaus, das die Zeit von 1547 bis 1572 umfasste, bis zur Landesteilung in Sachsen-Coburg-Eisenach und Sachsen-Weimar im Jahr 1572. Es kam zur endgültigen Münztrennung zwischen Ernestinern und Albertinern. Auf dem geharnischten Reichstag zu Augsburg mussten sich die unterlegenen protestantischen Fürsten und Städte das Augsburger Interim diktieren lassen. König Ferdinand I., der seinem Bruder gegen die deutschen Protestanten beigestanden hatte, bekam nun freie Hand gegen den böhmischen Ständeaufstand. Im Oberlausitzer Pönfall bestrafte er die angeblich ungehorsamen Oberlausitzer Städte, deren Truppen sich am 23. April 1547 aufzulösen begannen und deshalb am folgenden Tag nicht mehr zur Verfügung standen. Die von kursächsischen Truppen besetzte Klosterherrschaft Dobrilugk wurde wieder mit der Niederlausitz vereinigt.
Der deutsch-französische Lautenist Gregoire Brayssing verarbeitete die Schlacht in seinem im Battaglia-Stil komponierten Schlachtengemälde über die Gefangennahme des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen vor Mülberg, das 1553 in Adrian Le Roys Viertem Buch für vierchörige Gitarre veröffentlicht wurde.