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Johann Wilhelm (Pfalz)

Pfalzgraf und Herzog von der Pfalz-Neuburg, Herzog von Jülich und Berg sowie Kurfürst von der Pfalz

ohann Wilhelms Eltern waren Kurfürst Philipp Wilhelm von der Pfalz und Elisabeth Amalia von Hessen-Darmstadt. Er gehörte damit einer Pfälzer Linie des Hauses Wittelsbach an. Die späteren Kaiser Joseph I. und Karl VI. waren als Söhne seiner Schwester Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg seine Neffen. Zwei weitere Schwestern wurden Königinnen von Spanien und Portugal. Johann Wilhelm wurde von Jesuiten erzogen und 1686 als Ritter in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen.

DüsseldorfOrt auf der Karte 164851.2256 N, 6.7767 OAuf der Karte zeigen

Am 2. September 1690 folgte Johann Wilhelm seinem Vater als Kurfürst. Wegen des Pfälzer Erbfolgekriegs residierte er nicht im zerstörten Heidelberg, sondern in Düsseldorf. Im Frieden von Rijswijk 1697 erreichte er die Rückgabe der von Frankreich besetzten pfälzischen Gebiete, akzeptierte dabei aber die Rijswijker Klausel zur Rekatholisierung. Während des 1701 beginnenden Spanischen Erbfolgekriegs erlangte er als Verbündeter des Kaisers vorübergehend von Bayern die vierte Kurwürde, die Causa palatina, sowie die Oberpfalz. Er schloss sich als erster Reichsfürst der Haager Allianz gegen Ludwig XIV. an. Nach dem Tod Kaiser Josephs I. am 17. April 1711 übte er bis zur Kaiserkrönung Karls VI. am 22. Dezember 1711 gemeinsam mit Friedrich August I. von Sachsen das Amt des Reichsvikars aus. Im Frieden von Utrecht 1713 fiel das Gebiet von Erkelenz an sein Herzogtum Jülich. Im Rastatter Frieden von 1714 wurde für ihn im Wesentlichen nur der Vorkriegsstand wiederhergestellt, und der neue Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg weigerte sich, die Erzschatzmeister-Würde zurückzugeben. Johann Wilhelm starb am 8. Juni 1716 und wurde im Mausoleum des Hauses Pfalz-Neuburg an der Kirche St. Andreas in Düsseldorf beigesetzt.

Kurfürst Johann Wilhelm heiratete am 25. Oktober 1678 in Wiener Neustadt die Erzherzogin Maria Anna Josepha, Tochter Kaiser Ferdinands III. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor, die beide am Tag der Geburt starben. In zweiter Ehe heiratete er 1691 per Stellvertreter in Florenz die Prinzessin Anna Maria Luisa de’ Medici, Tochter des Großherzogs der Toskana Cosimo III. de’ Medici. Diese Ehe blieb kinderlos.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Johann Wilhelm (Pfalz)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 266151623redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Jan Frans van Douvenentstanden 1708–1714Public domainQuelle