Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Karl III. Philipp (Pfalz)

Kurfürst von der Pfalz, Herzog von Jülich und Berg

arl Philipp war das siebte von 17 Kindern seiner Eltern Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Elisabeth Amalia Magdalena von Hessen-Darmstadt. Als jüngerer Bruder war er zunächst für den geistlichen Stand bestimmt und wurde ohne Weihen Domherr in Köln, Salzburg und Mainz sowie Malteserritter. 1684 beendete er diese Karriere und trat in kaiserlichen Dienst. Von 1691 bis 1694 nahm er an den Türkenkriegen teil und wurde Generalfeldmarschall. 1694 wurde er in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen. 1705 ernannte ihn sein Neffe Joseph I. zum Gubernator der ober- und vorderösterreichischen Lande in Innsbruck, wo er während des Spanischen Erbfolgekrieges die Landesverteidigung organisierte.

Neuburg/DonauOrt auf der Karte 164848.7333 N, 11.1833 OAuf der Karte zeigen

Nach dem Tod seines Bruders Johann Wilhelm 1716 wurde Karl Philipp Kurfürst der Pfalz, blieb aber bis 1717 in Innsbruck und ließ sich dann 1718 in Heidelberg nieder. Als katholischer Kurfürst geriet er in Konflikt mit dem reformierten Kirchenrat und versuchte, den Heidelberger Katechismus zu verbieten sowie die Heiliggeistkirche einzuziehen, indem er das Simultaneum aufhob. Auf Druck protestantischer Staaten und des Kaisers musste er nachgeben und verlegte 1720 die Residenz nach Mannheim, wo noch im selben Jahr der Grundstein für das Schloss und das Jesuitenkollegium gelegt wurde. 1733 folgte der Grundstein zur Mannheimer Jesuitenkirche, 1737 wurde das Opernhaus begonnen, das 1742 eingeweiht wurde.

Karl Philipp stand zunächst im Gegensatz zu den bayerischen Vettern, da die Pfälzer nach dem Frieden von Rastatt und Baden verpflichtet waren, Bayern die Oberpfalz und die vierte Kurwürde zu restituieren. Mit der Wittelsbacher Hausunion von 1724 wurde der Streit beigelegt und die Vikariatsfrage geregelt. Seit etwa 1725 stand seine Regierung im Zeichen der jülich-bergischen Erbfrage gegen Brandenburg-Preußen, die 1741 durch Vertrag mit Preußen und Sachsen beendet wurde. Nach dem Tod Kaiser Karls VI. 1740 übernahmen Karl Albrecht von Bayern und Karl Philipp das Reichsvikariat, wogegen die evangelischen Reichsstände protestierten; erst 1741 einigte man sich mit dem sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. Höhepunkt seiner Politik war 1742 die Doppelhochzeit seiner Enkelinnen mit Karl Theodor von Pfalz-Sulzbach und Herzog Klemens von Bayern. Karl Philipp starb am 31. Dezember 1742 und wurde von Karl Theodor beerbt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Karl III. Philipp (Pfalz)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 263687064redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Johann Philipp von der Schlichtenentstanden 1701–1800Public domainQuelle