Karl VII. (HRR)
Kurfürst von Bayern, römisch-deutscher Kaiser
Kurfürst von Bayern
ach dem Tod seines Vaters wurde Karl Albrecht am 26. Februar 1726 Kurfürst und übernahm eine Schuldenlast von 26 Millionen Gulden. Zunächst versuchte er Sparmaßnahmen, gab diese Politik aber in den dreißiger Jahren zugunsten der Anwartschaft auf den Kaiserthron auf. 1727 erneuerte er das Bündnis mit Frankreich, das bereits das Ziel vorsah, die Kaiserkrone zu erwerben. 1732/33 protestierte er zusammen mit Kurpfalz und Kursachsen gegen die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion. Der Kurfürst hielt prunkvoll Hof, um 1740 machten die Hofausgaben von 760.000 Gulden 35 Prozent der Staatsausgaben von 2,13 Millionen Gulden aus, gleichzeitig ließ er seine Armee aufrüsten. Beim überraschenden Tod Kaiser Karls VI. im Oktober 1740 war er daher weder militärisch noch finanziell auf die sich bietende Gelegenheit vorbereitet.
Kriegsbeginn und Huldigung als Herrscher von Böhmen
Nach dem Aussterben der männlichen Habsburger berief sich Karl Albrecht aufgrund seiner Heirat auf die weibliche Erbfolge und beanspruchte Böhmen sowie Teile Österreichs. Im Dezember 1740 begann der Österreichische Erbfolgekrieg, ausgelöst durch Friedrich II. von Preußen im Ersten Schlesischen Krieg um Schlesien. 1741 schloss Karl Albrecht mit dem Nymphenburger Vertrag ein Bündnis mit Spanien, Preußen und Frankreich, dem sich im Herbst auch Kursachsen anschloss. Seine Truppen besetzten Passau und stießen bis Linz vor, im November 1741 eroberte er Prag. Da sich die böhmische Krone jedoch im Besitz Maria Theresias befand, ließ er sich am 19. Dezember nur von den böhmischen Ständen huldigen, wobei über die Hälfte des Adels den Treueeid vermied.
Kaiser im Zeichen des Krieges
Am 24. Januar 1742 wurde Karl Albrecht zum Kaiser gewählt, am 12. Februar erfolgte in Frankfurt am Main die Kaiserkrönung durch seinen Bruder Clemens August. Wenige Tage später eroberten österreichische Truppen unter Khevenhüller München zurück, während Preußen im Frieden von Berlin aus der Koalition ausschied. Böhmen ging weitgehend verloren, Prag fiel am 3. Januar 1743 an Österreich zurück. Karl VII. musste nicht nur auf die habsburgischen Länder verzichten, sondern hatte auch sein eigenes Land verloren, und lebte machtlos im Frankfurter Exil, wo man ihm den Spottnamen et Caesar et nihil gab.
Tod und Nachfolge
Karl VII. starb überraschend am 20. Januar 1745 in München, der Sektionsbericht führte Gicht, Nierensteine und Herzprobleme auf. Er hatte noch an seinem Todestag seinen Sohn Maximilian für volljährig erklärt. Die Staatsschulden hatten sich während seiner Regierung auf 35 Millionen Gulden erhöht. Nach anfänglichen Versuchen, die kaiserliche Politik fortzusetzen, musste Maximilian nach der Niederlage bei Pfaffenhofen am 22. April 1745 den Frieden von Füssen mit Maria Theresia schließen und erkannte das österreichische Supremat an; im Gegenzug erkannte Österreich rückwirkend die Kaiserwürde Karls VII. an.