Kontextartikel1 Min. Lesezeit

Johannes Nepomuk

römisch-katholischer Priester und Märtyrer (1340–1393)

ohannes von Pomuk stammte vermutlich aus einer deutsch-böhmischen Familie und stieg in der Kanzlei des Prager Erzbistums auf, wo er seit 1369 als Notar wirkte. Nach Studien in Prag und Padua wurde er Generalvikar unter Erzbischof Johann von Jenstein. In dieser Zeit kam es zu einem machtpolitischen Konflikt zwischen König Wenzel IV. und dem Erzbischof um kirchliche Ämter und Einflussbereiche. Als Johannes 1393 die Wahl eines Abtes gegen den Willen des Königs bestätigte, wurde er verhaftet, gefoltert und schließlich von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt. Sein Leichnam wurde später in der Heilig-Kreuz-Kirche bestattet.

Die Legende, die zur Heiligsprechung führte, erklärt den Konflikt mit dem König nicht politisch, sondern als Weigerung, das Beichtgeheimnis der Königin zu brechen. Diese Version ist erstmals um 1450 belegt. Die Verehrung wuchs im 16. Jahrhundert und blühte während der Rekatholisierung nach der Schlacht am Weißen Berg auf, auch als Gegenkult zu Jan Hus. Kaiser Leopold I. unterstützte seit den 1670er Jahren die Bemühungen um die Heiligsprechung, die 1721 mit der Seligsprechung durch Papst Innozenz XIII. und 1729 mit der Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIII. abgeschlossen wurde. Sein Grab im Veitsdom wurde 1736 prunkvoll neu gestaltet.

Nach der Heiligsprechung wurde Johannes Nepomuk zum zweiten Hauptpatron Böhmens neben Wenzel, zum Landespatron Bayerns und zum Nebenpatron von Salzburg erwählt. Er gilt außerdem als Patron von Prag sowie als Schutzpatron der Beichtväter, Priester, Schiffer, Brückenbauer und Brücken. In Tschechien wird er zudem als Patron der tschechischen Sprache verehrt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Johannes NepomukVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270023018redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Ludekentstanden 1683CC BY-SA 4.0Quelle