Johannes XV.
Papst (985–996)
ohannes XV. war vor seinem Pontifikat Kardinalpriester von San Vitale in Rom. Papst Benedikt VII. hatte ihn zum Kardinal ernannt. Auf Betreiben des einflussreichen römischen Patriziers Crescentius I. Nomentanus oder Johannes I. Crescentius, Söhne von Crescentius de Theodora, wurde er zum Papst erhoben. Der Patrizier nannte sich fortan Herr Roms mit dem alten Kaisertitel Patricius Romanorum. Obwohl der ihm hörige Papst ein Anhänger der Cluniazensischen Reform war, betrieb er Nepotismus und machte sich durch Geldgier allgemein unbeliebt. Zudem verfeindete er sich mit Crescentius I. Nomentanus und musste deswegen 995 in die Toskana fliehen.
In der Toskana rief Johannes den deutschen König Otto III., der inzwischen selbständig regierte, zu Hilfe und zur Kaiserkrönung nach Rom. Als Otto III. erschien, versöhnte sich der Papst wieder mit Crescentius. Johannes XV. starb kurz nach seiner Rückkehr nach Rom, noch vor der Ankunft des Königs.
Nachdem das Ansehen des Papsttums im 10. Jahrhundert durch die Wirren in Rom stark gesunken war, bemühte sich Johannes um Autorität im Ausland. So vermittelte er 991 zwischen dem englischen König Aethelred und Herzog Richard II. von der Normandie und nahm die Übereignung von Polen an den Heiligen Stuhl durch Herzog Mieszko I. entgegen. 993 nahm er mit der Heiligsprechung von Ulrich von Augsburg die erste Kanonisierung eines Heiligen durch einen Papst vor.