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Joseph I. (HRR)

Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, König von Böhmen und Ungarn

m Wiener Hof war Joseph der Anführer der Reformpartei, des sogenannten Jungen Hofes, einer Gruppe junger Beamter und Militärs, die dringende Reformen forderte. Zu ihr gehörten auch Prinz Eugen und andere künftige Größen. Beim Kampf um die Ablöse der Hofkammer- und Hofkriegsratspräsidenten Graf Salaburg und Graf Mansfeld unterstützten Joseph unter anderem Eugen, der Vizepräsident der Hofkammer Gundaker Starhemberg und Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden. Endgültig entschieden wurde die Sache erst, als nach dem Tod des Bankiers Oppenheimer die Zahlungsunfähigkeit der Hofkammer öffentlich wurde. Selbst der jesuitische Beichtvater des Kaisers setzte sich für die Ablöse ein. Ersetzt wurden Salaburg und Mansfeld durch Starhemberg und Prinz Eugen.

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Als Kaiser war Joseph I. entscheidungsfreudiger als sein Vater und von der Notwendigkeit von Reformen überzeugt. Er tauschte das Kabinett aus, machte Salm zum Obersthofmeister und faktischen Premierminister, teilte die Kanzlerposition zwischen Baron Seilern und Graf Sinzendorf, machte Graf Kinsky zum böhmischen Kanzler und den Böhmen Wratislaw zum einflussreichsten Hofkanzler. Er reduzierte den Geheimrat von 150 auf 33 Mitglieder und spaltete die Geheime Konferenz in acht kleinere Konferenzen auf, die 1709 wieder zu einer „Großen Konferenz“ zusammengefasst wurden. Das dringendste Problem war die Finanzierung des Spanischen Erbfolgekrieges: benötigt wurden 27 Millionen Gulden, unter Leopold I. waren aber nur 9 Millionen eingenommen worden. Joseph straffte die Verwaltung und machte Beamte steuerpflichtig; in Wien wurde der Beamtenstab von 74 auf 32 reduziert. Der katholische Klerus wurde zu einem „freiwilligen Geschenk“ genötigt, die Adligen leisteten eine „Contributio“.

Josephs gesamte Regierungszeit war vom Spanischen Erbfolgekrieg geprägt, der der Durchsetzung der Thronansprüche seines Bruders Karl VI. diente. Die habsburgischen Armeen erzielten mit englischen und niederdeutschen Verbündeten unter Prinz Eugen beachtliche Erfolge. In Josephs Amtszeit fiel auch die Sendlinger Mordweihnacht im besetzten Kurfürstentum Bayern. Anders als sein Vater Leopold I., der nur ehrenwerte Gegenwehr anstrebte, zielte Joseph auf einen tatsächlichen Sieg über Frankreich. Mit seinem Bruder gab es Differenzen, da Joseph mehr an der Herrschaft über Italien als an Spanien interessiert war; die Erfolge in Italien brachten ihn in Konflikt mit Papst Clemens XI. Erst 1709/10, als sich der Sieg über Ludwig XIV. abzeichnete, wurden die Brüder Verbündete. Die Siege von Prinz Eugen und Marlborough wurden jedoch durch den Tod des Kaisers zunichtegemacht, da der einzige Erbe Karl nicht auf Spanien verzichten wollte.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Joseph I. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 265452433redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Franz van Stampartentstanden 1705Public domainQuelle