Karl VI. (HRR)
König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, König von Böhmen, König von Ungarn und Kroatien, König von Neapel, König von Sardinien, König von Sizilien und Erzherzog von Österreich
ach dem erwarteten Aussterben der spanischen Habsburger-Linie sollte Karl spanischer König werden. Doch Karl II. bestimmte Philipp von Anjou, einen Enkel Ludwigs XIV., zum Erben. Kaiser Leopold verbündete sich mit England und den Niederlanden gegen diese Entscheidung, was den Spanischen Erbfolgekrieg auslöste. 1703 wurde Karl zum spanischen König proklamiert. 1705 gelang nach der Belagerung von Barcelona der Einzug in die Stadt, und Karl dehnte seinen Machtbereich auf Katalonien aus. Von den Franzosen bedrängt, musste er 1706 Positionen räumen, auch die Verbündeten mussten Madrid räumen. 1710 zog Karl nach militärischen Erfolgen erneut in Madrid ein, musste sich aber wieder nach Barcelona zurückziehen.
Als sein Bruder Joseph 1711 ohne männlichen Nachkommen starb, fielen Karl Österreich, Böhmen, Ungarn und die Aussicht auf den Kaisertitel zu. Am 12. Oktober 1711 wählten ihn die Kurfürsten zum römisch-deutschen König, am 22. Dezember 1711 wurde er in Frankfurt am Main zum Kaiser gekrönt. Angesichts der drohenden Vereinigung von Österreich und Spanien verließen ihn seine Alliierten, so dass er auf die spanische Krone verzichten musste. Nach weiteren Niederlagen beauftragte er Prinz Eugen mit Verhandlungen, die 1714 zum Frieden von Rastatt führten. Im Frieden von Baden erhielt er die früheren spanischen Besitzungen in Italien sowie die österreichischen Niederlande zugesprochen, während Frankreich sich aus dem Breisgau zurückzog, aber Landau behielt.
Nach Klärung der Verhältnisse im Westen befahl der Kaiser auf Anraten Prinz Eugens den Krieg gegen die Osmanen zur Unterstützung Venedigs. Unter Prinz Eugen siegten die österreichischen Truppen in der Schlacht von Peterwardein 1716 und bei Belgrad 1717. Im Frieden von Passarowitz 1718 gewann Karl VI. das Banat, Belgrad, Teile Serbiens sowie die kleine Walachei, wodurch das Habsburgerreich seine größte territoriale Ausdehnung erreichte. In Italien bedrohte Spanien die österreichische Vormachtstellung; spanische Truppen landeten 1717 auf Sardinien und 1718 auf Sizilien. Dagegen bildete sich die Quadrupelallianz aus Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Österreich, aus der der Krieg der Quadrupelallianz hervorging. Am Ende tauschte Karl VI. Sardinien gegen Sizilien ein, das mit dem Königreich Neapel vereinigt wurde.