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Juden

Angehörige des Judentums als Volk und/oder als Religion

Von Israel zu Juda

ie Gruppe erscheint historisch zuerst unter dem Namen Israel, belegt auf der ägyptischen Merenptah-Stele aus dem Jahr 1208 vor Christus. Nach dem Untergang des Nordreichs Israel in den Jahren 722 und 720 vor Christus bezeichnete die biblische Prophetie das verbliebene Südreich Juda und dessen ins babylonische Exil zwischen 587 und 539 vor Christus deportierte Bewohner als Israel. Auch nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 blieb das rabbinische Judentum sich seiner Identität mit Israel bewusst.

Der Name Juda

Das Wort Juden geht über das hebräische Jehudi auf den Namen Jehuda zurück, der in der Septuaginta zu Juda gräzisiert wurde. König David machte das Gebiet zu Beginn seiner Amtszeit um 980 vor Christus zum Königreich Juda und vereinte es später mit den Gebieten weiterer israelitischer Stämme. Von da an wurden alle Bewohner Judas als Jehudi bezeichnet, gleich aus welchem Stamm sie kamen, und das Wort erweiterte sich nach dem Untergang des Nordreichs Israel auf ethnische, politische und religiöse Bedeutung.

Griechische und römische Zeit

Im Hellenismus, ab etwa 330 vor Christus, wurde das Wort Jehudi zu Ioudaioi gräzisiert, woraus im Römischen Reich Iudaeus und Iudaei wurden. Die Hasmonäer nannten ihr Königreich Ioudaia. Simon Bar Kochba, Anführer des letzten jüdischen Aufstandes gegen Rom zwischen 132 und 136, nannte sein Volk und dessen Land dagegen ausschließlich Israel. Paulus von Tarsus verwendete die Begriffe Ioudaios und Israelit synonym für das erwählte Bundesvolk.

Ein belastetes Wort

In der Geschichte des Antisemitismus wurde die Bezeichnung die Juden mit negativen Zuschreibungen verknüpft und zum Mittel der Ausgrenzung. Dies führte zur Vernichtung von mindestens sechs Millionen Juden in Europa durch NS-Deutschland im Holocaust. Im Jahr 2022 löste die Kritik eines deutschen Juden an einer Duden-Erläuterung eine breite Debatte aus. Josef Schuster erklärte für den Zentralrat der Juden in Deutschland, das Wort sei für ihn weder Schimpfwort noch diskriminierend.

Zahlen heute

Seit dem Holocaust stieg die weltweite Zahl der Juden langsam wieder an und erreichte 2023 erstmals wieder annähernd das Niveau von 1939. Zugleich sank die Zahl der Juden in Europa laut dem Pew Research Center von 9,5 Millionen im Jahr 1939 auf 1,1 Millionen im Jahr 2010. Der Demograf Sergio Della Pergola prognostizierte im Juni 2025, erst zwischen 2035 und 2045 werde die jüdische Bevölkerung weltweit ihr Ausmaß vor dem Holocaust wiedererlangen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel JudenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267930536redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0