Kaiserslautern
kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, Deutschland
er Raum um Kaiserslautern war seit der Jungsteinzeit beziehungsweise der bandkeramischen Kultur im sechsten und fünften Jahrtausend vor Christus besiedelt, auch eine römische Besiedlung ist nachweisbar. Seit der Hallstattzeit im achten Jahrhundert vor Christus war die Region wohl durchgängig besiedelt. Aus dieser Zeit stammen mehrere keltische Grabhügel im Stadtgebiet, etwa beim Kalkofen und im Grübentälchen, wo in den 1930er Jahren gegraben wurde, sowie nördlich der Bundesautobahn 6, wo 2003 und 2004 Grabungen stattfanden. Auch aus der Römerzeit haben sich Reste erhalten, etwa unter der Stiftskirche und dem zugehörigen Kloster, die jedoch keine Klärung des Siedlungscharakters erlauben.
1276 verlieh Rudolf von Habsburg dem Ort Lautern die Stadtrechte, doch der Status einer Freien Reichsstadt ließ sich nicht lange halten. Schon 1313 oder 1314 wurde die Stadt an die Grafen Georg von Veldenz und Gottfried von Leiningen verpfändet, 1322 durch den späteren Kaiser Ludwig den Bayern an König Johann von Böhmen. In dieser Pfändungsurkunde erscheint erstmals der Name Keyserslûtern. Nach weiteren Verpfändungen wurde die Stadt 1357 als Reichspfand an Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz abgetreten und kam danach an die Kurpfalz. Seit 1375 wurde die nun Kaiserslautern genannte Stadt an die Kurpfalz verpfändet und damit Sitz eines kurpfälzischen Amts beziehungsweise Oberamts.
Nach 1571 ließ Johann Casimir als Landesherr von Pfalz-Lautern neben der Barbarossaburg ein Schloss bauen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrfach umkämpft und besetzt. 1688 wurde die Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg und danach im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 erneut durch die Franzosen besetzt, Schloss und Burg wurden daraufhin gesprengt. 1768 wurde die Physikalisch-Ökonomische Gesellschaft gegründet, aus der 1774 die Hohe Kameral-Schule hervorging, die 1784 nach Heidelberg verlegt wurde. Nach den Napoleonischen Kriegen kam Kaiserslautern 1801 unter französische Herrschaft und wurde Sitz einer Unterpräfektur.