Karl II. (Innerösterreich)
Erzherzog von Innerösterreich (1540-1590)
n der Ferdinandeischen Hausordnung fielen Karl als zwölftem von fünfzehn Kindern Ferdinands I. die Herzogtümer Steier, Kärnten, Krain und die Grafschaft Görz zu, während sein Bruder Maximilian II. Böhmen, Ungarn und Niederösterreich erhielt und Ferdinand II. Oberösterreich, Tirol und die Vorlande bekam. Diese Teilung betraf nur die Regentschaft, denn nach der Rudolfinischen Hausordnung blieben alle Söhne Erzherzöge der gesamten Erbländer. Mit 24 Jahren, im Jahr 1564, ließ sich Karl kurz vor dem Tod seines Vaters in seinen Ländern huldigen und trat die Regentschaft an.
Anders als sein Bruder Maximilian war Karl gläubiger Katholik und trieb die Gegenreformation voran, unter anderem indem er die Jesuiten ins Land holte. Zuvor hatte er den innerösterreichischen Ständen 1572 in den Grazer Religionspazifikationen und 1578 im Brucker Libell Zugeständnisse gemacht, die eine Duldung des Protestantismus bedeuteten. Diese versuchte er später rückgängig zu machen und verabredete 1579 auf einer Konferenz in München mit dem päpstlichen Nuntius sowie Vertretern Bayerns, Salzburgs und Tirols eine Strategie zur Rekatholisierung, die Druckereikontrolle, Zurückdrängung der Stände und Verfolgung protestantischer Prediger vorsah. Diese Beschlüsse setzte er in seinem Territorium konsequent um.
Karl förderte Kunst und Wissenschaft, besonders den Komponisten Orlando di Lasso, und gründete 1573 das Akademische Gymnasium sowie 1585 die Universität in Graz. 1574 erließ er mit der Steirischen Landrechtsreformation eine neue Verfahrensordnung für die Gerichte. Da sein erstgeborener Sohn Ferdinand 1572 starb, war der 1578 geborene Ferdinand, spätere Kaiser Ferdinand II., bei Karls Tod noch minderjährig, sodass sein Cousin Ernst die Vormundschaft und Regentschaft übernahm. Karl starb am 10. Juli 1590 in Graz und wurde am 31. Oktober 1590 in der Basilika Seckau beigesetzt.
Nach gescheiterten Heiratsverhandlungen mit Elisabeth I. von England zwischen 1559 und 1568 und mit Maria Stuart 1563 und 1564 ehelichte Karl am 26. August 1571 seine bayrische Nichte Maria Anna, Tochter Herzog Albrechts V. von Bayern. Aus dieser Ehe gingen 15 Kinder hervor, darunter der spätere Kaiser Ferdinand II. und mehrere Töchter, die in europäische Herrscherhäuser wie Polen, Spanien und die Toskana einheirateten.