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Karl von Österreich-Teschen

österreichischer Erzherzog und Feldherr

arl kam als dritter Sohn des Großherzogs der Toskana und späteren Kaisers Leopold II. und der Maria Ludovica von Spanien zur Welt und war der jüngere Bruder von Kaiser Franz II. Wegen einer seit dem Säuglingsalter bestehenden Epilepsie war er zunächst für den geistlichen Stand bestimmt worden, interessierte sich aber für alles Militärische. Nach der Kaiserkrönung seines Vaters nahm er am 9. Oktober 1790 in Frankfurt am Main daran teil. Im Jänner 1791 wurde er von seiner Tante Marie Christine und deren Mann Albert von Sachsen-Teschen adoptiert und damit Erbe ihres Landbesitzes. Im März 1792 starb sein Vater, im Mai seine Mutter Maria Ludovika.

Nach Ausbruch des Krieges gegen die Französische Republik im April 1792 erhielt Karl am 11. Juni 1792 seine Feuertaufe bei La Grisuelle und wurde am 5. September 1792 Generalmajor. Er stieg rasch auf, wurde 1793 Generalgouverneur der österreichischen Niederlande und 1794 Feldzeugmeister, musste die belgischen Gebiete nach der Schlacht bei Fleurus jedoch aufgeben. Im Februar 1796 wurde er Reichsfeldmarschall und Oberbefehlshaber der Reichstruppen an der Rheinfront, errang Siege bei Amberg und Würzburg und drängte General Moreau über den Rhein zurück. 1797 handelte er in Verhandlungen mit Napoleon Bonaparte den Vorfrieden von Leoben aus. Im Zweiten Koalitionskrieg siegte er 1799 bei Ostrach und Stockach und zwang Massena zum Rückzug über die Limmat, ein Vorstoß über die Aare misslang. Wegen Spannungen mit dem Wiener Hof legte er im März 1800 sein Kommando nieder.

1801 wurde Karl kaiserlicher Feldmarschall, Präsident des Hofkriegsrates und Kriegs- und Marineminister, doch Widerstände am Hof ließen seine Heeresreformen zunächst versanden. Von 1801 bis zum Verzicht 1804 war er auch 54. Hochmeister des Deutschen Ordens. Nach einer schweren Depression 1803/04 besserte sich sein Zustand ab Ende 1804. Im Dritten Koalitionskrieg siegte er 1805 bei Caldiero über Massena und begann danach seinen zweiten Reformversuch, wobei er die lebenslange Militärdienstzeit abschaffte und Armeekorps sowie die Landwehr einführte. Im Fünften Koalitionskrieg kommandierte er 1809 als Generalissimus in Süddeutschland, wurde bei Abensberg und Eggmühl geschlagen, konnte Napoleon aber am 21./22. Mai in der Schlacht bei Aspern zurückschlagen, unterlag jedoch bei Wagram und wurde nach dem eigenmächtigen Waffenstillstand von Znaim von Franz I. suspendiert.

Nach seiner militärischen Laufbahn schrieb Karl Memoiren und wurde ein bedeutender Militärschriftsteller. Ab 1815 war er Gouverneur der Festung Mainz, wo er seine spätere Frau, die evangelische Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg, kennengelernt hatte. Am 17. September 1815 heiratete der 44-jährige Karl die 18-jährige Prinzessin, die auch nach der Hochzeit nicht konvertierte. Nach dem Tod seines Adoptivvaters Albert von Sachsen-Teschen 1822 erbte er dessen Güter und die Kunstsammlung Albertina. Henriette starb am 29. Dezember 1829 im Alter von 32 Jahren an Scharlach und wurde als einzige Protestantin in der Kapuzinergruft beigesetzt. Karl selbst starb im 76. Lebensjahr an einer Rippenfellentzündung und wurde ebenfalls dort beigesetzt, sein Herz in der Loretokapelle der Augustinerkirche.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Karl von Österreich-TeschenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269054384redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Thomas Lawrenceentstanden 1819Public domainQuelle