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Karolingische Renaissance

kulturelle und architektonische Epoche um das 9. Jahrhundert

Ein Erbe im Verfall

n merowingischer Zeit war die antike Stadtkultur verfallen, ebenso die kirchliche Organisation, die Liturgie, die Schriftkultur und die Baukunst. Das Schulwesen war seit dem 6. Jahrhundert weitgehend zum Erliegen gekommen. Berichtet wurde von Priestern, die nicht einmal das nötige Latein für ein korrektes Vaterunser beherrschten. Auch von der antiken Literatur, selbst großen Teilen der christlichen Spätantike, war das meiste verloren gegangen.

Bücher, Schrift und Erlasse

Am Hof entstand eine Hofbibliothek, die kirchliche und antike Werke sammelte. Mit der karolingischen Minuskel wurde eine neue Buchschrift entwickelt. Literatur wurde kopiert, teils schlicht, teils in prachtvoll illuminierten liturgischen Handschriften wie dem Utrechter Psalter oder dem Lorscher Evangeliar. Für Bibel, Sakramentar und Benediktinerregel entstanden gesicherte Textfassungen. Kapitularien wie die Epistola de litteris colendis oder die Admonitio generalis von 789 verpflichteten Kirchen und Klöster zur Pflege der litterae. Auch Baukunst, Kunsthandwerk und die Zeitrechnung, etwa im Karolingischen Reichskalender, wurden gefördert. Die Bildungsreform blieb jedoch eine höfisch-klösterliche Anstrengung, die erst Domschulen ab dem 9./10. Jahrhundert und später Universitäten ablösten; Bürger-, Land- und Dorfschulen kamen erst im Spätmittelalter in größerer Zahl vor.

Bauen nach römischem Vorbild

Die herrscherliche Repräsentationsarchitektur und die monastische Idealarchitektur des 9. Jahrhunderts, wie der St. Galler Klosterplan, zeigen die neue Bedeutung der Baukunst. Die Aachener Pfalzkapelle lehnte sich bewusst an San Vitale in Ravenna und an die Sergios- und Bakchos-Kirche in Konstantinopel an. Karl der Große ließ die Aachener Pfalz nach den Quellen als ein zweites Rom und als Gegenstück zu Konstantinopel errichten. Dabei orientierte er sich am Lateransplatz in Rom, wo Papst Hadrian I. antike Bronzebildwerke hatte aufstellen lassen.

Bronzen für Aachen

Neben importierten Werken wie der antiken Bärin und der Reiterstatue Theoderichs entstanden in Aachen neue Bronzearbeiten: acht Emporengitter, vier doppelflügelige Türen und ein Adler mit drehbarem Kopf. Lange hielt man diese Werke wegen ihrer Qualität für römische Importe, bis der Fund eines Gussofens auf dem Katschhof das widerlegte. Möglicherweise stammten sie von einer Werkstatt, die zuvor in Saint-Denis gearbeitet hatte. Die Grabplatte Papst Hadrians I. ließ Karl der Große nach Rom senden; sie besteht aus dem schwarzen Stein Dinantium, wirkt aber wie Bronze und ahmt die Lex de imperio Vespasiani nach.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Karolingische RenaissanceVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268798624redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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