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Katholische Liga (1609)

militärisches Bündnis

etrieben wurde die Gründung von Maximilian I. von Bayern. Sie war als Gegenpart zur Protestantischen Union gedacht, die 1608 in Auhausen entstanden war, als Reaktion auf die von Maximilian I. durchgeführte Reichsexekution und Annexion der Stadt Donauwörth. Als Antwort auf dieses Bündnis lutherischer und calvinistischer Reichsstände betrieb Maximilian I. 1608 die Gründung der Liga in Anlehnung an den Landsberger Bund von 1556, als Defensivbündnis zur Verteidigung des Landfriedens und der katholischen Sache. Zunächst war das Bündnis auf neun Jahre befristet. Die Gründungsversammlung fand vom 3. bis 10. Juli 1609 in München statt. Schon 1603 hatten die geistlichen Kurfürsten von Köln, Trier und Mainz Kaiser Rudolf II. vorgeschlagen, katholische Reichsstände sollten ein defensiv verstandenes Heer finanzieren. Neben Bayern gehörten anfangs die Hochstifte Würzburg, Konstanz, Augsburg, Passau und Regensburg sowie die Reichsklöster Kempten und Ellwangen dazu. Später traten fast alle katholischen Stände Süddeutschlands und die Kurfürstentümer Köln, Trier und Mainz bei.

Der Bündnisvertrag sah gegenseitige Hilfe im Falle eines Angriffs vor. Bundesoberst wurde Herzog Maximilian I. von Bayern. Der Bund stellte eigene Truppen auf; die Beiträge der Mitglieder orientierten sich an den Reichsmatrikeln. 1610 wurde die Liga in ein oberländisches Direktorium unter bayerischer und ein rheinisches unter kurmainzischer Leitung gegliedert. Melchior Khlesl bemühte sich, die Sonderbünde aufzulösen, und erreichte mit dem Mainzer Kurfürsten Johann Schweikard eine Umwandlung in einen weniger kämpferisch katholischen Bund. Maximilian I. bildete 1614 einen engeren Bund aus Bayern, Würzburg, Bamberg, Eichstätt, Augsburg und Ellwangen. 1616 trat er als Bundesoberst zurück. Das bedeutete faktisch das vorläufige Ende der Liga im Sinne ihrer Gründungsziele.

1617 begann die Neugründung. Auf Initiative Maximilians I. entstand der Münchener Bund, 1619 folgte der rheinische Teil. Der 1619 zum Kaiser gewählte Ferdinand II. machte auf der Rückreise von Frankfurt nach Wien in München Station. Am 8. Oktober 1619 schloss er mit der Liga den Münchener Vertrag über militärische Unterstützung beim böhmischen Aufstand. Im Dezember 1619 beschloss die Liga ein Heer von 25.000 Mann unter Tilly. Ihre Truppen schlugen 1620 die böhmischen Aufständischen am Weißen Berg, danach wurde die Pfalz erobert, 1626 folgte der Sieg bei Lutter am Barenberge. Als der Kaiser ab 1626 eigene Truppen unter Wallenstein aufstellte, nahm die Bedeutung der Liga ab. Nach Tillys Tod führte 1631 Johann von Aldringen, nach dessen Tod 1634 Otto Heinrich Fugger. Als Folge des Prager Friedens wurde die Liga 1635 aufgelöst.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Katholische Liga (1609)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 268090847redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Carl Theodor von Pilotyentstanden 1853Public domainQuelle