Kempten (Allgäu)
kreisfreie Stadt in Bayern, Deutschland
empten zählt neben Speyer, Worms, Trier, Köln und Augsburg zu den ältesten Städten Deutschlands. Die Geschichte der Stadt reicht mindestens bis in die Zeit der römischen Eroberung des Alpenvorlandes um 15 v. Chr. zurück. Damit steht Kempten in einer Reihe mit anderen bedeutenden, aus römischer Zeit stammenden Städten des heutigen deutschen Raums, deren Ursprünge weit vor die mittelalterliche Reichsgeschichte zurückreichen.
Die vollständige Unabhängigkeit vom Fürststift erwarb die Reichsstadt im Jahr 1525 im sogenannten „Großen Kauf“. Dieses Ereignis wurde noch bis zum Ersten Weltkrieg als „Jubiläum Seutterianum“ gefeiert. Mit diesem Kauf löste sich die weltliche Reichsstadt endgültig aus der Abhängigkeit von der geistlichen Fürstabtei und festigte ihre eigene, reichsunmittelbare Stellung neben dem klösterlichen Nachbarn.
Im Dreißigjährigen Krieg gehörten die katholische Fürstabtei und die evangelische Reichsstadt den beiden einander feindlich gesinnten Konfessionsparteien an. Beide unterstützten ihre jeweiligen Bündnispartner bei der Bekämpfung ihres Nachbarn. So spiegelte sich der große konfessionelle Konflikt des Reiches unmittelbar im engen Nebeneinander der beiden Kemptener Stadtteile wider, die trotz räumlicher Nähe entgegengesetzten Lagern zugehörten.
Im Jahre 1802, noch vor dem Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803, marschierten kurfürstlich bayerische Truppen ins Allgäu ein. Sie vollzogen die Mediatisierung der Reichsstadt und die Säkularisation der Fürstabtei; beide wurden dem bayerischen Staatsgebiet angeschlossen. Damit endete die jahrhundertealte Doppelstruktur aus weltlicher Reichsstadt und geistlicher Fürstabtei, und Kempten wurde Teil des Kurfürstentums Bayern.