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Kloster Reichenau

Kloster in Baden-Württemberg

as Benediktinerkloster wurde 724 vom Missionsbischof Pirminius im damals weitgehend heidnischen Alamannien gegründet. Unter Abt Waldo wurde es zur karolingischen Abtei und genoss die Unterstützung der fränkischen Hausmeier und Könige, was eine erste Blütezeit im ausgehenden 8. und 9. Jahrhundert brachte. Karl der Große besuchte 780 mit seiner Gemahlin Hildegard das Kloster. Abt Haito errichtete das Marienmünster in Mittelzell, in dessen Chor 888 Kaiser Karl der Dicke beigesetzt wurde. Durch Privilegien und Schenkungen der Könige Heinrich I., Otto I. und Otto II. erlebte Reichenau um die Jahrtausendwende eine zweite kulturelle Glanzzeit, repräsentiert durch Abt Witigowo und die Reformäbte Immo und Berno sowie die Geschichtsschreibung Hermanns von Reichenau. Danach begann der Niedergang: 1367 verkaufte Abt Eberhard von Brandis Güter und Rechte, 1402 gab es nur noch zwei Konventsherren. 1540 verzichtete Abt Markus von Knöringen auf die Klosterleitung, die an den Bischof von Konstanz überging.

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Selbstständigkeitsbestrebungen der geistlichen Gemeinschaft auf der Reichenau endeten mit der Auflösung des Klosters im Jahr 1757. 1803 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation nach dem Reichsdeputationshauptschluss endgültig aufgehoben.

Das Kloster war eines der wichtigen kulturellen und wissenschaftlichen Zentren des Reiches der Karolinger und Ottonen im Frühmittelalter. Der wohl bedeutendste Abt der Reichenau war von 888 bis 913 Hatto III., Erzbischof von Mainz und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches. Im Gefolge Arnulfs von Kärnten ging Hatto 895 nach Rom und erhielt von Papst Formosus die Georgsreliquie, was wohl Anlass zum Bau von St. Georg war. Nach dem Tod Arnulfs 899 war Hatto Vormund des sechsjährigen Thronfolgers Ludwig IV. und krönte 911 Konrad I. zum König des ostfränkischen Reiches. Der Gründer des Klosters, der Heilige Pirmin, wurde auf der Reichenau erst sehr spät verehrt, erst unter Abt Witigowo entstand im 10. Jahrhundert eine ihm gewidmete Kapelle.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Kloster ReichenauVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267501237redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Hilarmontentstanden 2013CC BY-SA 3.0 deQuelle