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Kölner Schiedsspruch

Schiedsspruch des römisch-deutschen Königs Maximilian I. (1505)

er Landshuter Erbfolgekrieg wurde ausgelöst, als Herzog Georg der Reiche ohne männliche Nachkommen starb und die weibliche Erbfolge durchsetzen wollte. Die Herzöge von Bayern-München akzeptierten dies nicht, da ihnen nach Reichsrecht und den Wittelsbacher Hausverträgen die Erbfolge zustand. Beteiligt waren Georgs Erbtochter Elisabeth mit ihrem Gemahl Ruprecht von der Pfalz gegen Herzog Albrecht IV. von Bayern-München sowie König Maximilian I. Das Kriegsglück neigte sich Albrecht IV. zu. Friedensverhandlungen am 10. Dezember 1504 in Mittenwald scheiterten. Am 23. Januar 1505 unterlag der pfalzgräfliche Feldherr Georg von Wisbeck bei Gangkofen, am 9. Februar trat ein Waffenstillstand in Kraft. Zuvor kam es zwischen Paul von Liechtenstein-Kastelkorn und Albrecht IV. Ende März, Anfang April 1505 zu geheimen Absprachen. Die kurpfälzischen Bestrebungen zu einer hegemonialen Stellung in Süddeutschland waren damit gescheitert. Maximilian oblag die Entscheidung über die Aufteilung des vakanten Herzogtums Bayern-Landshut unter die Anwärter.

Am 14. Juni 1505 begannen im Vorfeld des Kölner Reichstags die offiziellen Schiedsverhandlungen. Am 30. Juli 1505 wurde in Köln das Ergebnis verkündet: Das Haupterbe fiel dem Herzog von Bayern-München zu, wodurch das Herzogtum Bayern wieder vereinigt wurde. Die Enkel Herzog Georgs, Ottheinrich und Philipp, erhielten die Junge Pfalz, ein zersplittertes Gebiet von der oberen Donau über Franken bis zur nördlichen Oberpfalz, mit Neuburg an der Donau als Hauptstadt. Der Rest ging an die Münchener Linie. Das Gebiet um Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg fiel Maximilian I. selbst zu, ebenso das Zillertal und das Mondseeland an die Habsburger. Dies bedeutete eine teilweise Revision des Friedens von Schärding, wobei dort weiterhin das oberbayerische Landrecht Ludwigs des Bayern galt. Die Reichsstadt Nürnberg gewann Gebiete östlich der Stadt, darunter die Ämter Lauf, Hersbruck und Altdorf.

Der Kölner Spruch fiel für die pfälzische Partei enttäuschend aus. Ihr Anteil am Georgianischen Erbe war reduziert, und Pfalzgraf Friedrich hatte vergeblich gegen die Verweisung auf Teile der Oberpfalz Widerstand geleistet. Das neue Fürstentum Pfalz-Neuburg besaß nur geringen strategischen Wert. Albrecht IV. dagegen konnte als Sieger gelten, ihm fiel der größte und wertvollste Teil mit den Rentämtern Landshut und Burghausen zu. Die Kurpfalz verlor zudem Gebiete am südlichen Oberrhein und im Neckarbecken sowie die Maulbronner Klostervogtei an Württemberg, was den Zusammenbruch ihrer Machtstellung am Mittelrhein, am Neckar und im Elsass bedeutete. Auch Albrecht war über die eingeräumten Abtretungen unzufrieden, und Maximilian verärgerte ihn mit Eigenmächtigkeiten. Die Unklarheiten des Entscheids lieferten die Parteien weiterhin dem politischen Kalkül Maximilians aus, dem es gelang, weitere Abtretungen an Tirol herauszuschlagen. Sein Vorgehen im Frühjahr 1507 führte beinahe zum Wiederaufflammen des Krieges. Erst mit dem Ingolstädter Vertrag von 1509 kamen die Auseinandersetzungen zum Abschluss. Das Verhältnis zwischen Habsburgern und den wittelsbachischen Hauptlinien blieb nachhaltig gestört.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Kölner SchiedsspruchVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269864438redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0