Königskrönung Friedrichs III. von Brandenburg
Krönung Friedrichs III. von Brandenburg zum König Friedrich I. in Preußen
ls Kurfürst Friedrich III. 1688 die Nachfolge antrat, drohte Brandenburg-Preußen entgegen dem seit 1473 geltenden Hausgesetz der Hohenzollern, der Dispositio Achillea, unter fünf Söhnen aufgeteilt zu werden. Bis 1692 setzte sich Friedrich gegen seine Geschwister durch und bewahrte die Einheit des Landes. Er erkannte, dass eine gesamtstaatliche Klammer nötig war, um künftige Aufteilungen zu verhindern. Ein weiterer Antrieb war der Wunsch nach königlicher Würde für mehr außenpolitisches Gewicht. Die Dominanz der Habsburger im Reich bestärkte ihn, sich durch eine Rangerhöhung auf reichsfremdem Gebiet einem Machtverlust zu entziehen, denn als König außerhalb des Reichs wäre er sein eigener Herr gewesen, ohne den Kaiser als Oberherrn. Damit verzichtete er allerdings auch auf Anrechte bei einer künftigen Kaiserwahl. Auch das Zeremonialwesen, das den Rang eines Fürsten anzeigte, spielte eine wichtige Rolle.
Ein Rangeklat 1691 in Den Haag, bei dem Friedrich gegenüber Wilhelm von Oranien zurückgesetzt wurde, wirkte als Auslöser seiner Bestrebungen. Entscheidend waren zudem die Friedensverhandlungen von Rijswijk 1697, die den 1688 ausgebrochenen Pfälzischen Erbfolgekrieg zuungunsten des Reiches beendeten. Dort überschritt die kaiserliche Dominanz gegenüber Brandenburg die Grenzen der Demütigung: Der Kaiser erlaubte nur einen Vertreter für die Kurfürsten, verweigerte eine französische Vollmacht zum Friedensschluss mit Brandenburg trotz vorliegender Kriegserklärung, und ausstehende Subsidien konnten nicht eingetrieben werden. Obwohl Friedrich sich stets an der Reichsverteidigung beteiligt hatte, wurde ihm jede ernsthafte Mitwirkung verwehrt. Diese demütigende Erfahrung ließ Friedrich seine Abhängigkeit vom Haus Habsburg erkennen.
Nach dem Rangeklat 1691 ließ Friedrich Gutachten zu einer Rangerhöhung anfertigen, die zunächst negativ ausfielen. Ein erster Anlauf 1694 wurde von der Wiener Geheimen Konferenz abgelehnt und steigerte das Misstrauen am Wiener Hof. Erst nach dem Sturz Danckelmans 1697 und angesichts der sich abzeichnenden spanischen Erbfolgefrage, für die Habsburg Verbündete brauchte, kamen die Verhandlungen ab 1698 wieder in Gang. Wichtig war für Brandenburg, dass der Königstitel vom Kaiser nur anerkannt, nicht verliehen wurde. Am 3. März 1700 gab der Kaiser erstmals eine Audienz zur Kronenfrage, und die Verhandlungen beschleunigten sich, als das nahende Ende des spanischen Königs bekannt wurde.