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Königspfalz

(Wohn-)Stützpunkt für einen reisenden König im Mittelalter

Königspfalz statt Kaiserpfalz

a die Pfalzen im Heiligen Römischen Reich vom Herrscher als römisch-deutscher König errichtet und genutzt wurden, ist die historisch korrekte Bezeichnung Königspfalz. Der Begriff Kaiserpfalz stammt erst aus dem 19. Jahrhundert und übergeht, dass der König den Kaisertitel erst nach einer Krönung durch den Papst führen durfte, was oft erst nach Jahren oder gar nicht geschah.

Reisekönigtum und Hoftage

Die frühmittelalterlichen Könige regierten nicht von einer Hauptstadt aus, sondern mussten vor Ort sein und persönlichen Kontakt zu ihren Vasallen halten, besonders seit den Eroberungen Chlodwigs I. Herrschaft wurde über persönliche Beziehungen ausgeübt, wozu große Hoftage in wechselnden Teilen des Reiches dienten. Schon die Merowinger legten seit dem 5. Jahrhundert ein Netz von Königshöfen an, vor allem im Kerngebiet des Fränkischen Reichs im heutigen Nordfrankreich und Südbelgien. Die Karolinger übernahmen und erweiterten diese Höfe, die sich allmählich zu Pfalzen vergrößerten und aus großen Gutshöfen bestanden, die Verpflegung und Unterkunft für den König, sein oft mehrere hundert Personen zählendes Gefolge und angereiste Gäste boten.

Lage der Pfalzen

Königshöfe wurden möglichst im Abstand von 25 bis 30 Kilometern angelegt, was einer damaligen Tagesreise mit Pferden und Wagen entsprach, und waren meist von Reichsgut umgeben, das ihre Versorgung sicherte. Pfalzen lagen oft bei den verbliebenen städtischen Resten der Römerzeit an schiffbaren Flüssen, hauptsächlich an Rhein, Main und Donau, wo sich zugleich alte Bischofssitze befanden. Auf die Unterstützung der Bischöfe, deren Auswahl der König bis zum Investiturstreit selbst vornahm, konnte er meist eher zählen als auf die Reichsfürsten mit eigenen dynastischen Zielen. Lagen Pfalzen im nicht schiffbaren Inland, boten sie andere Vorteile, etwa Handelswege oder, wie die Pfalz Goslar am Rammelsberg, ertragreichen Bergbau; die Nähe zu Reichswäldern ermöglichte zudem die Jagd.

Verfall und Ablösung der Pfalzen

Mitte des 13. Jahrhunderts, nach dem Untergang der Staufer, verfiel die Königsmacht vorübergehend im Interregnum, und schwache Könige vermochten die Herrschergewalt nicht mehr auszuüben. In dieser Situation boten die kaum befestigten Pfalzen den Königen nicht mehr genügend Sicherheit; die meisten wurden aufgegeben, umgenutzt oder verfielen. An ihre Stelle traten stark befestigte Reichsburgen, die anders als die meist in Ortschaften oder an Flussufern gelegenen Pfalzen oft als Höhenburgen errichtet wurden.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel KönigspfalzVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270162924redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Tobias Helfrich (Dionysos)entstanden 2005CC BY-SA 3.0Quelle