Königspfalz Frankfurt
arl der Große kam nach der Weihnachtsfeier 793 in Würzburg den Main hinab und stellte am 22. Februar 794 in Frankfurt eine Urkunde für das Kloster Sankt Emmeram in Regensburg aus, das älteste original erhaltene Namenszeugnis der Stadt. Er war bereits Ende 793 eingetroffen und überwinterte dort. Höhepunkte seines achtmonatigen Aufenthalts waren das Osterfest und die Synode von Frankfurt im Juni 794 mit mehreren tausend Teilnehmern aus ganz Europa. Am 10. August 794 starb seine vierte Frau Fastrada, die nach Mainz überführt wurde. Nach seiner Abreise kehrte Karl der Große nie wieder nach Frankfurt zurück.
Die heute in der Kaiserpfalz Franconofurd ausgestellten Mauern stammen größtenteils von der Pfalz, die vermutlich 815 von Ludwig dem Frommen in Auftrag gegeben und spätestens bei seinem Besuch 822 fertiggestellt wurde. Dabei wurden große Teile der merowingischen Vorgängerbauten beseitigt, während die neuen Umfassungsmauern trotz späterer Eingriffe größtenteils erhalten blieben. Der Hauptbau, die aula regia oder Königshalle, war 28,3 Meter lang und 14,4 Meter breit. Aufgrund der Mauerstärke von rund 0,9 Metern und eines ergrabenen Innenpfeilers gilt eine ursprüngliche Zweistöckigkeit als gesichert, mit dem Sitz des Herrschers im Osten des Obergeschosses.
Mit dem Bau der Salvatorkirche und der Einrichtung des Stiftes war die Pfalz Mitte des 9. Jahrhunderts baulich vollendet. Ludwig der Deutsche, der 876 in der Frankfurter Pfalz starb, hielt sich dort nachweislich wenigstens 34 Mal auf, womit der Ort neben Regensburg zur Hauptpfalz aufstieg. Der Geschichtsschreiber Regino von Prüm nannte Frankfurt sogar principalis sedes orientalis regni. Wichtige Ereignisse waren die Königserhebung von Lothar II. anlässlich der Reichsteilung von Prüm 855, Hoftage in den Jahren 859, 865, 866, 870, 871, 873 und 876 sowie Heeresversammlungen 858, 862 und 867.